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Prinz Philip, der Ehemann von Königin Elizabeth II., ist gestorben. Der Schulleiter von Schloss Salem, Bernd Westermeyer, erinnert an dessen Jahre am Bodensee.

Prinz Philip ist tot – friedlich eingeschlafen – am Freitagmorgen auf Schloss Windsor. Diese Nachricht bewegt viele Menschen in aller Welt – auch den Leiter der Schule Schloss Salem im Bodenseekreis, dem wohl bekanntesten Elite-Internat in Deutschland. Denn dort ging Prinz Philip zwei Jahre zur Schule.

"Ich persönlich bin traurig und hatte mir sehr gewünscht, dass er am 10. Juni seinen 100. Geburtstag hätte feiern können."

Bernd Westermeyer leitet die Schule Schloss Salem seit 2012 und er sagt: Auch fast 90 Jahre nach der Schulzeit von Prinz Philip im Bodenseehinterland gibt es lebhafte Erinnerungen an ihn.

Er sei ein ganz normaler Junge gewesen, der auf dem Internat Freundschaften pflegte, von denen einige noch bis in die Gegenwart reichten. Unlängst habe Westermeyer mit einem 100-jährigen Alt-Salemer telefoniert, der einer der besten Schulfreunde Prinz Philips gewesen sei und sich an viele Anekdoten aus der Zeit erinnert habe.

Treffen im Buckingham Palace

Auch Bernd Westermeyer selbst hat den berühmten ehemaligen Salemer Schüler kennengelernt. 2016 hat er ihm in London, gemeinsam mit Salemer Kollegen und Schülern einen Besuch abgestattet:

"Dieses Treffen fand im Buckingham Palace statt. Er hat sich seinerzeit wirklich Zeit genommen mit uns zu sprechen und hatte erstaunlich gute Erinnerungen an diese frühe Kindheit."

Westermeyer erlebte den Prinzen als aufmerksamen, unkomplizierten und vor allem humorvollen Gesprächspartner, dessen Gesicht sich in tausend Lachfältchen gelegt habe, wenn er lachte.

Der zwölfjährige Philip als Schüler in Salem

1933 holte Prinz Philips Schwester, verheiratet mit dem Markgrafen von Baden, den damals Zwölfjährigen nach Salem. Er sei aus schwierigen Familienverhältnissen gekommen und habe wohl einen Ort gesucht und gefunden, der ihm Ruhe bieten konnte, vermutet der heutige Schulleiter. Der Aufenthalt in Salem habe es ihm ermöglicht, den Kontakt mit seiner Schwester zu pflegen.

Doch dann sei einer der Schulmitbegründer, Kurt Hahn, ein Jude, aufgrund des deutschen Naziregimes nach Schottland emigriert und habe dort eine weitere Schule gegründet:

"Philip ist ihm dann 1934 nachgefolgt, als er hier erlebte, wie dieses totalitäre Regime auch Besitz ergreift von der Schule und der Jugend durch die Hitler-Jugend und andere Organisationen. Das war ihm fremd und da hat er sich nicht wohlgefühlt."

Gemeinsame Streiche: Prinz Philip und die Queen

Erst in den 60er-Jahren kehrte Prinz Philip noch einmal ins Schlossinternat im Bodenseehinterland zurück – zusammen mit der Queen im Rahmen des ersten Staatsbesuchs des britischen Staatsoberhaupts nach dem 2. Weltkrieg.

picture alliancedpa | dpa (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Markgräfin Theodora von Baden und ihr Bruder Prinz Philip, Ehemann der britischen Königin, bei einem Besuch auf Schloss Salem Anfang der 1960er-Jahre. Picture Alliance

Anschließend erreichte die Schule ein Brief der Queen mit einem außergewöhnlichen Vorschlag: Dass der Tag des Besuches in Zukunft als Feiertag zu begehen sei, an dem die Schüler schulfrei haben sollten, so Westermeyer.

"Wir denken, dass Philip und die Queen das gemeinsam ausgeheckt haben, als kleinen Streich gegenüber der Schulleitung."

Die damalige Schulleitung habe den Brief sehr höflich beantwortet. Nur aus dem schulfreien Feiertag für die Schüler auf Schloss Salem ist bis heute nichts geworden.

Schule Schloss Salem (Bodenseekreis) (Foto: Schule Schloss Salem)
Schule Schloss Salem (Bodenseekreis) Schule Schloss Salem

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