TrauerRaum in der Kathedrale St. Gallen (Foto: SWR, Tina Löschner)

Trauer zulassen und verarbeiten

Projekt "TrauerRaum" in St. Gallen

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Trauer ist immer schmerzhaft - ob man um einen Verstorbenen trauert, um einen unerfüllten Lebenstraum oder eine zerbrochene Freundschaft. In der Kathedrale in St. Gallen gibt es einen Trauerraum, der allen offen steht.

Gerade um Allerheiligen und Allerseelen gedenken viele der Menschen, die gestorben sind, die sie vermissen, um die sie trauern - oft noch nach Jahren. In der Kathedrale in St. Gallen gibt es einen Trauerraum, in dem Menschen Impulse zur Trauerbewältigung finden. In geschützter Umgebung können Trauernde ihre Gefühle zulassen, sich mit ihrer Trauer auseinandersetzen, sie loslassen.

"Erfahrungen wie Trauer sind wichtig, wenn sie aber unverarbeitet bleiben, bewirken sie, dass das Leben nicht mehr in seiner ganzen Fülle möglich ist."

Die Idee, einen öffentlicher Raum für die Trauer einzurichten, hat der St. Galler Dompfarrer Beat Grögli aus Innsbruck mitgebracht. Im Kreuzgang der Kathedrale wurde sie umgesetzt. Auf sieben Stationen können sich die Besucherinnen und Besucher auf ihre persönliche Trauer einlassen.

TrauerRaum in der Kathedrale St. Gallen (Foto: SWR, Tina Löschner)
Eingang zum Trauerraum im Kreuzgang der St. Galler Kathedrale. Tina Löschner Bild in Detailansicht öffnen
Die erste Station des Trauerraums heißt "steinhart und hoffnungsvoll". Die Steine in dem Korb stehen für die Verhärtung der Trauer. Sie können in den Kessel mit Wasser gelegt werden. Die Blüten stehen dafür, dass auch in Ritzen von Steinen Leben entstehen kann. Tina Löschner Bild in Detailansicht öffnen
Um Versöhnung geht es bei einer weiteren Station. Tonscherben und kleine rote Herzen stehen für die beiden Kammern des Herzens: die Scherben symbolisieren das Zerbochene im Leben, die Herzen die Hoffnung. Tina Löschner Bild in Detailansicht öffnen
Die Besuchenden können eine Scherbe, als Symbol für das Zerbrochene in ihrem Leben, in ein grosses Herz aus Metall legen. Tina Löschner Bild in Detailansicht öffnen
Dompfarrer Beat Grögli (re) und Seelsorger Matthias Wenk (li) stehen neben der letzten Station imTrauerRaum, der sogenannten "Klagemauer". Hier können sich die Besuchenden die Trauer von der Seele schreiben. In die Öffnungen der Backsteine werden die gerollten Notizzettel gesteckt. Die Zettel werden beim Abschlussgottesdienst am 9. November verbrannt. Und wer möchte, kann auch ein Gespräch mit einem Seelsorger führen. Tina Löschner Bild in Detailansicht öffnen

SWR-Reporterin Tina Löschner hat sich das Projekt angesehen und von Dompfarrer Beat Grögli und Seelsorger Matthias Wenk erklären lassen.

Kathedrale in St. Gallen (Foto: SWR, Tina Löschner)
Im Kreuzgang der St. Galler Kathedrale ist der Trauerraum eingerichtet. Tina Löschner

 

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