38-Jähriger kommt ums Leben

Nach Messerattacke in Flüchtlingsunterkunft Kressbronn: Obduktionsergebnis liegt vor

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Nach dem tödlichen Messerangriff in Kressbronn (Bodenseekreis) haben Polizei und Staatsanwaltschaft das vorläufige Obduktionsergebnis bekanntgegeben. Demnach starb das Opfer an einer Stichverletzung in die Brust.

Die anderen Verletzten sind laut Mitteilung der Polizei inzwischen außer Lebensgefahr. Der 31-jährige Asylbewerber, der in der Flüchtlingsunterkunft in Kressbronn einen Mitbewohner getötet und fünf weitere schwer verletzt haben soll, sitzt in Untersuchungshaft.

Die Polizei richtete eine 25-köpfige Ermittlungsgruppe ein, um den genauen Tatablauf zu klären. Nach den bisherigen Erkenntnissen soll der 31 Jahre alte Bewohner der Flüchtlingsunterkunft in der Kressbronner Argenstraße am Sonntagabend gegen 22 Uhr an mehrere Türen der Unterkunft geklopft und dann wahllos mit einem Messer auf Anwesende eingestochen haben.

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Motiv der Messerattacke völlig unklar

Ein 38-jähriger Mann wurde durch die Messerstiche tödlich verletzt. Außerdem wurden vier Frauen in Alter zwischen 28 und 34 Jahren und ein 37-jähriger Mann schwer verletzt. Sie kamen in umliegende Krankenhäuser. Eine Person war der Mitteilung zufolge auch am Montagabend noch in einem kritischen Gesundheitszustand. Das Motiv des Messerangriffs sei derzeit noch völlig unklar, so Polizeisprecher Oliver Weißflog auf SWR-Anfrage.

Bereits zweiter Messerangriff?

Wie Polizeisprecher Weißflog weiter erklärte, handelt es sich bei dem 31-jährigen Tatverdächtigen um denselben Mann, der bereits im Mai in der Flüchtlingsunterkunft in Kressbronn randaliert und andere mit einem Messer bedroht haben soll. Er kam nach dem Vorfall in eine psychiatrische Einrichtung in Friedrichshafen. Die Ermittlungen wegen Bedrohung und Sachbeschädigung gegen ihn liefen noch, ein Haftgrund habe nicht vorgelegen, so der Sprecher.

Der Bürgermeister von Kressbronn, Daniel Enzensperger, zeigte sich am Montag auf Facebook und gegenüber dem SWR schockiert über die Tat, die sich in der Gemeinde ereignet hat.

"Meine Gedanken sind bei den Opfern und deren Familien. Ich danke allen Einsatz- und Rettungskräften von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst/DRK."

Ermittlungsgruppe hat Arbeit aufgenommen

Die Ermittlungen in dem Fall hat die Kriminalpolizei Friedrichshafen übernommen. Sie befragt nun Zeugen und die Verletzten. Spezialisten der Kriminaltechnik sicherten bis zum Montagmorgen Spuren am Tatort, die das Landeskriminalamt auswerten soll.

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SWR