Blick vom Berg "Höchsten“ auf den Bodensee, das Schweizer Ufer und die durch den Föhn sichtbaren Alpen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/Thomas Warnack)

Thurgau plant Seethermie-Kraftwerke

Heizen und kühlen mit Wasser aus dem Bodensee

STAND

Der Kanton Thurgau will bis zu fünf Seethermie-Kraftwerke am Bodensee bauen, um aus dem Seewasser klimaneutral Energie zu gewinnen. Unterstützt wird das Projekt von 14 Gemeinden im Thurgau.

Eine Studie des Kantons Thurgau zeigt, dass mehr als zehn Prozent der bisher durch Öl oder Gas gewonnenen Energie durch Seewärme ersetzt werden könnte. Bei der sogenannten Seethermie wird aus 20 bis 40 Metern Tiefe Bodenseewasser entnommen. Damit kann mithilfe eines Wärmetauschers im Sommer gekühlt und im Winter geheizt werden - CO2 neutral und somit klimaschonend.

Bodensee als Energiespeicher

Die Schweiz ist vor allem im Winter stark abhängig von Stromimporten und fossilen Energieträgern aus dem Ausland, heißt es in einer Mitteilung der am Projekt beteiligten Kommunen. Aber weil immer mehr Kohle- und Atomkraftwerke abgeschaltet würden, sei die Schweiz gefordert, neue Winterenergiequellen zu erschliessen. Mit dem Bodensee habe der Kanton Thurgau einen beinahe unerschöpflichen Energiespeicher vor der Haustür.

Unterstützung von vielen Thurgauer Gemeinden

Allerdings ist der Bau von Seethermie-Kraftwerken teuer. Dazu kommen strenge Auflagen zum Gewässer- und Umweltschutz in den sensiblen Uferbereichen. Der Verbund "Regio Kreuzlingen", der 14 Thurgauer Gemeinden umfasst, hat beschlossen, den Kanton bei der Umsetzung zu unterstützen. Gemeinsam wolle man das Projekt voranzubringen, heißt es in einer Mitteilung. Schützenhilfe gibt es auch von den beiden Thurgauer Gemeinden Arbon und Diessenhofen. Kanton und "Regio Kreuzlingen" haben Machbarkeitsstudien in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse jetzt genauer analysiert werden sollen.

Mehr zum Thema:

Gundremmingen

Mehr als 50 Jahre am Netz Das war's - Atomkraftwerk Gundremmingen ist vom Netz

An Silvester ist der letzte Block des Kernkraftwerks Gundremmingen (Kreis Günzburg) vom Netz gegangen. Um kurz nach 20 Uhr schaltete die Schichtmannschaft den Reaktor endgültig ab. Die einen freut's, die anderen werden die Anlage vermissen - ein Rückblick.  mehr...

Schaffhausen

Pläne für Wasserkraftwerk Streit um Rheinfall in Schaffhausen

Der Rheinfall weckt Begehrlichkeiten: Ein unterirdisches Wasserkraftwerk könnte effizient erneuerbare Energie erzeugen. Dafür will die Regierung in Schaffhausen das Gesetz ändern lassen.  mehr...

STAND
AUTOR/IN