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Taucher des Thurgauer Amts für Archäologie untersuchen derzeit die Überreste von steinzeitlichen Pfahlbausiedlungen im Untersee vor Steckborn. Dokumentiert werden soll, in welchem Zustand sie sind.

Die Pfahlbausiedlungen in der sogenannten Turgibucht vor Steckborn am Untersee stammen aus der Jungsteinzeit und gehören zu den ältesten bekannten Pfahlbauten im Thurgau. Während Reste der prähistorischen Siedlungen weiter weg vom Ufer durch Seesedimente gut geschützt sind, sind die Holzpfähle im Flachwasser des Uferbereichs unter anderem durch Wellenschlag von Erosion bedroht.

Taucher in der Turgibucht. (Foto: Pressestelle, Kanton Thurgau, Amt für Archäologie)
Taucher in der Turgibucht. Pressestelle Kanton Thurgau, Amt für Archäologie

Tausend Holzproben genommen

Die Thurgauer Taucharchäologen wollen herausfinden, wie stark die Schäden bereits sind. Seit Anfang Februar sind sie im Einsatz, getaucht wird noch bis Ende März. Dazu befreien die Taucher den Seegrund auf einer zuvor bestimmten Fläche vom Schlick und nehmen aus den sichtbar gewordenen Pfählen Holzproben. Nach eigenen Angaben haben sie so bereits rund tausend Holzproben gewonnen, die Untersuchungen der Proben auf Alter und Zustand laufen.

Holzproben von jungsteinzeitlichen Pfählen. (Foto: Pressestelle, Kanton Thurgau, Amt für Archäologie)
Holzproben von jungsteinzeitlichen Pfählen. Pressestelle Kanton Thurgau, Amt für Archäologie

Im Jahr 1882 waren die Pfahlbausiedlungen vor Steckborn entdeckt worden. Damals gab es ein extremes Niedrigwasser und vor dem Seeschulhaus tauchten unzählige Pfähle auf. Die 1882 geborgenen Gefäßscherben, Steinbeile und Pfeilspitzen befinden sich heute noch in den Sammlungen des Amts für Archäologie. Die Datierungen der Siedlungen reichen vom frühen 4. bis in die Mitte des 3. Jahrtausends vor Christus.

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