zwei frisch verlegte Stolpersteine, eine Hand  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Christophe Gateau)

Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus

Elf neue Stolpersteine und Mahnmal in Konstanz

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In Konstanz sind am Donnerstag elf Stolpersteine zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus verlegt worden. Zudem wurde ein neues Mahnmal eingeweiht.

Die Stolpersteine wurden in Konstanz gemeinsam mit dem Initiator des Projekts - dem Künstler Gunter Demnig aus Köln - verlegt. Sie erinnern an elf Opfer des Nationalsozialismus, die in Konstanz gelebt haben. Ihre Biographien hat die Initiative Stolpersteine gemeinsam mit Konstanzer Schülerinnen und Schülern recherchiert.

Eine der kleinen Gedenktafeln aus Messing erinnert etwa an die Lebensgeschichte der Jüdin Renée Stein. Sie wurde durch eine Hilfsorganisation aus einem Lager in Frankreich gerettet und musste sich danach immer wieder verstecken, um zu überleben. Renée Stein blieb in Frankreich, heiratete und bekam zwei Kinder. Die Kinder sind zur Verlegung nach Konstanz gekommen.

Konstanzer Jugendliche gestalten Mahnmal

Am Freitag wurde in einer Gedenkfeier auch ein Mahnmal am Konstanzer Bahnhof Petershausen eingeweiht. Es soll an die über 6.500 jüdischen Menschen erinnern, darunter auch 112 Konstanzer Jüdinnen und Juden, die am 22. Oktober 1940 in das südfranzösische Internierungslager Gurs deportiert wurden. Seit 2019 haben Konstanzer Jugendliche an dem Mahnmal gearbeitet, gemeinsam mit den Radolfzeller Bildhauer Harald Björnsgard. SWR-Reporterin Tina Löschner war bei der Einweihung dabei.

Das Mahnmal am Petershauser Bahnhof stellt unter anderem das hebräiche Wort für Leben dar. (Foto: Harald Björnsgard)
Das Mahmal soll das hebräische Wort für Leben abbilden. Außerdem ist auch eine Taube dargestellt. Harald Björnsgard Bild in Detailansicht öffnen
Die Taube aus Bronzeguss ist nach Jerusalem ausgerichtet. Tina Löschner Bild in Detailansicht öffnen
Entwickelt und umgesetzt wurde die Idee für das Mahnmal von Konstanzer Schülerinnen und Schülern gemeinsam mit dem Bildhauer Harald Björnsgard. Tina Löschner Bild in Detailansicht öffnen

Die Ereignisse der Deportation greift bis zum 18. November auch die Wanderausstellung "Gurs 1940" auf. Sie ist in einem Zelt auf dem Gelände des Heinrich-Suso-Gymnasiums aufgebaut. Mitglieder der Initiative Stolpersteine haben die Ausstellung gemeinsam mit Konstanzer Schülerinnen und Schülern um drei regionale Informationstafeln ergänzt.

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