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Der 84-jährige Lindauer Arzt Dieter Krombach ist in Frankreich vorzeitig aus der Haft entlassen worden. Er war wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit Todesfolge an seiner Stieftochter Kalinka zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Eigentlich hätte Dieter Krombach noch einige Jahre in Haft bleiben müssen. Doch gesundheitliche Gründe, so die Bestätigung der Staatsanwaltschaft Kempten gegenüber dem SWR, hätten für eine vorzeitige Entlassung gesprochen. Die Staatsanwaltschaft Kempten war von den französischen Behörden in die Entscheidung miteinbezogen worden, da sich die Tat, um die es geht, in Lindau ereignete.

Die Tat ereignete sich 1982, die Verurteilung kam erst 2012

Im Juli 1982 war die damals 14-jährige Kalinka tot im Haus ihres Stiefvaters in Lindau am Bodensee gefunden worden. In Deutschland wurden die Ermittlungen zu dem Fall eingestellt. In Frankreich hingegen wurde Krombach zunächst in Abwesenheit verurteilt. Kalinkas leiblicher Vater André Bamberski ließ Krombach 2009 aus seiner Wohnung in Scheidegg im Allgäu (Kreis Lindau) nach Frankreich verschleppen. Dort wurde Krombach der Prozess gemacht, er wurde wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit Todesfolge zu 15 Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Lindauer Arzt dem damals 14-jährigen Mädchen Beruhigungsmittel injizierte hatte. Kalinka erstickte. Laut französischer Staatsanwaltschaft wollte er das Mädchen mißbrauchen. Dieter Krombach hat stets seine Unschuld beteuert. Kalinkas leiblicher Vater hatte laut Medienberichten bis zuletzt versucht, Krombachs vorzeitige Haftentlassung zu verhindern.

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