Orchideen im Palmenhaus (Foto: SWR, Esther Leuffen)

Saisonbeginn auf der Bodensee-Insel

Blumenjahr auf der Insel Mainau: Auftakt mit mehr als 3.000 Orchideen

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Esther Leuffen
SWR-Redakteurin Esther Leuffen Autorin Bild (Foto: SWR, Alexander Kluge)

Die Insel Mainau ist am Freitag offiziell in die neue Saison gestartet. Das Motto ist "Schlossjuwel & Gartenrausch - Grüne Fürsten am Bodensee". Zum Saisonauftakt gibt es eine Orchideenschau.

Unter dem Motto "Schlossjuwel & Gartenrausch - Grüne Fürsten am Bodensee" hat auf der Insel Mainau (Kreis Konstanz) am Freitag die neue Saison begonnen. Zum Beginn des Blumenjahres gibt es auch diesmal wieder die traditionelle Orchideenschau im Palmenhaus zu sehen. Dabei wird gezeigt, wie Entdecker des 19. Jahrhunderts tropische Orchideen aus fernen Ländern per Schiff nach Europa brachten. Zu sehen sind vor einer Schiffskulisse mehr als 3.000 Orchideen.

SWR-Reporterin Esther Leuffen war schon vor dem offiziellen Saisonstart auf der Insel und gibt einen Überblick, was in diesem Jahr geplant ist.

Es blüht wieder auf der Blumeninsel

Draußen im Park blühen bereits Krokusse und Märzenbecher, Tulpen, Narzissen und Hyazinthen folgen bald. Dann kommen Rhododendren, Azaleen und Rosen - im Oktober findet die Dahlienschau statt. Für Bettina Gräfin Bernadotte ist der Start ins Blumenjahr nach dem langen Winter etwas Besonderes.

"Ich freue mich sehr auf die Orchideenschau im Palmenhaus, weil die ein richtiger Frühlingsbote ist, mit ganz vielen Farben und auch Duft."

Tulpen auf der Insel Mainau (Foto: SWR, Esther Leuffen)
Die Tulpen fangen bald an zu blühen. Esther Leuffen Bild in Detailansicht öffnen
Diese Blumenkleider sind beliebte Fotopunkte auf der Insel Mainau. Esther Leuffen Bild in Detailansicht öffnen
Im Park blühen schon die Märzenbecher. Esther Leuffen Bild in Detailansicht öffnen
Im Palmenhaus sind zahlreiche Orchideen in einer Schiffskulisse zu sehen. Esther Leuffen Bild in Detailansicht öffnen
Mit der Orchideenschau beginnt das Blumenjahr auf der Insel Mainau. Esther Leuffen Bild in Detailansicht öffnen
Dabei wird auch gezeigt, in welchen Behältnissen im 19. Jahrhundert tropische Orchideen aus fernen Ländern per Schiff nach Europa gebracht wurden. Esther Leuffen Bild in Detailansicht öffnen
Der älteste Baum der Mainau ist ein Tulpenbaum. Gepflanzt wurde er zu der Zeit, als sich die Insel in Besitz des österreichisch-ungarischen Fürsten Nikolaus II. Esterházy befand. Heute ist der Baum 35 Meter hoch und es braucht vier Menschen, um seinen Stamm zu umfassen. Esther Leuffen Bild in Detailansicht öffnen
Fürst Esterházy kaufte 1827 die Insel Mainau und legte den Grundstein für ihr heutiges Erscheinungsbild. Unter anderem pflanzte er den im Frühjahr üppig blühenden Tulpenbaum. Esther Leuffen Bild in Detailansicht öffnen

Ausstellung zu Ehren des Fürsten Nikolaus II. Esterházy

Mehr als eine Million Frühlingsblumen soll es im gesamten Mainau-Park geben. Besonders bekannt ist die Frühlingsallee mit tausenden Tulpen. Im Mainau-Schloss wird ab Mai eine Ausstellung über den österreichisch-ungarischen Fürsten Nikolaus II. Esterházy gezeigt. Er kaufte 1827 die Insel Mainau und legte den Grundstein für ihr heutiges Erscheinungsbild. Aber nicht nur dort sind Verweise auf ihn zu finden.

"Nikolaus von Esterházy war wahrscheinlich der reichste Mann im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nationen zur damaliger Zeit. Er war einer, der das Geld in vollen Zügen ausgegeben hat."

Esterházy war gut mit Prinz Louis Napoléon, dem späteren französischen Kaiser, befreundet. Dieser lebte auf dem nahe gelegenen Arenenberg in der Schweiz. Zusammen sorgten sie dafür, dass der westliche Bodensee zum Anziehungspunkt für die kulturelle Elite wurde. So soll Esterházy gerne rauschende Bälle auf der Insel Mainau gegeben haben.

Die Insel Mainau und das Napoleonmuseum Arenenberg in Salenstein (Kanton Thurgau) nehmen den 190. Todestag von Esterházy und den 150. Todestag des späteren französischen Kaisers Napoléon III. zum Anlass für ihre grenzübergreifende Ausstellung "Grüne Fürsten am Bodensee". Der Fokus liegt laut den Veranstaltern auf den Park- und Kulturinitiativen der beiden Männer.

Estherházy-Torte mit viel Buttercreme

Als Sahnehäubchen obendrauf gibt es für die Besucherinnen und Besucher der Insel Mainau in diesem Jahr eine Estherházy-Torte, sagt Thorben Beck, der Gastronomiedirektor auf der Insel. Die Torte bestehe aus fünf Biskuitböden mit verschiedenen Buttercremeschichten dazwischen. Außerdem sei die Torte mit dunklen Schokoladenstreifen verziert. Das Rezept stamme aus der Zeit um 1830.

Für diese Saison wurde zudem ein neues Ticketsystem auf der Insel Mainau eingeführt. Dabei wird verstärkt auf Online-Tickets gesetzt. Besucherinnen und Besucher, die ihre Tickets vorab im Internet kaufen, sparen drei Euro pro Ticket.

Auf der Insel Mainau werden in diesem Jahr eine Million Gäste erwartet. Nach der Blumensaison ist dort für den Winter der dritte Christmas Garden mit Lichtinstallationen geplant.

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