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Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) fordert mehr Unterbringungskapazitäten im sogenannten Maßregelvollzug. Die Zentren für Psychiatrie platzten förmlich aus allen Nähten, heißt es in einem Papier aus dem Ministerium, das dem SWR vorliegt.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Im Maßregelvollzug in den Zentren für Psychiatrie (ZfP) im Land werden Straftäter untergebracht, die entweder psychisch krank sind oder drogen- beziehungsweise alkoholabhängig. In den vergangenen acht Jahren sei die Zahl der untergebrachten Straftäter um fast 60 Prozent gestiegen, heißt es in dem Papier aus dem Sozialministerium. Zum Stichtag Ende Juli waren in den Kliniken im Land insgesamt rund 1.200 Personen untergebracht, es gebe aber nur knapp 1.000 Plätze.

Portrait von Baden-Württembergs Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) (Foto: SWR)
Sozialminister Manfred Lucha (Grüne)

Lucha hofft auf mehr Geld

Um landesweit mehr Raum im Maßregelvollzug zu schaffen, werde laut dem Grünen-Politiker aus Ravensburg ein knapp zweistelliger Millionenbetrag gebraucht. Beispielsweise für Um- und Neubauten oder Wohncontainer. Lucha hofft im neuen Haushalt auf mehr Geld. Nach der Sommerpause Anfang September will der Minister mit allen Leitern der ZfP sprechen, um weitere Maßnahmen zur schnellen Verbesserung der Situation zu besprechen.

Lage auch in der Region Bodensee-Oberschwaben angespannt

Auch in den Maßregelvollzugs-Standorten Ravensburg-Weissenau, Bad Schussenried und Reichenau sei der Druck groß, so Lucha. Nur in Weissenau habe sich die Lage durch Ausweichen in ein altes Gebäude etwas entspannt.

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