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Wenn jemand bei einem Unfall oder einem Verbrechen ums Leben kommt, sind die Angehörigen zunächst meist ahnungslos. Sie erfahren die schlimme Nachricht von der Polizei - keine leichte Aufgabe für Polizisten.

Zu den schwierigsten Aufgaben für Polizeibeamte gehört es, Angehörigen zu sagen, dass ein Familienmitglied aus dem Leben gerissen wurde, sagt Oliver Weißflog, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Ravensburg. Einer seiner tragischsten Einsätze hatte Weißflog vor vielen Jahren kurz vor Weihnachten. SWR-Moderatorin Rebecca Lüer hat ihn gefragt, was damals passiert ist und worauf Polizeibeamte beim Überbringen einer solchen Nachricht besonders achten.

Wenn es an der Tür klingelt und statt der Tochter steht da die Polizei und teilt mit, dass das Kind tot ist, bricht für die Betroffenen in diesem Moment die Welt in sich zusammen. Eine Katastrophe für die Angehörigen, aber auch an den Polizisten gehen solche Situationen nicht spurlos vorüber. Deshalb übernehmen nur erfahrene Kollegen diese Aufgabe oder diejenigen Beamten, die selbst am Unfall- oder Tatort waren, erzählt Oliver Weißflog. Sie können den Trauernden am besten Auskunft darüber geben, was und wie etwas geschehen ist.

Psychologische Unterstützung

Wenn Polizeibeamte in solchen Fällen zu den Angehörigen fahren, sind in der Region Bodensee-Oberschwaben in der Regel Mitarbeiter der Notfallnachsorge des Deutschen Roten Kreuzes oder der Notfallseelsorge dabei. Sie kümmern sich um die Trauernden, auch wenn die Polizei wieder weg ist. Seit einigen Jahren hat die Polizei zudem ein Netzwerk von psychosozialen Betreuern aufgebaut, an die sich Beamte mit solchen besonders belastenden Situationen wenden können. Die Betreuer sind ebenfalls Polizisten, die speziell für die Unterstützung ihrer Kollegen ausgebildet sind.

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