Zahlreiche Erdbeobachtungssatelliten der ESA wie hier ein Sentinel tasten aus 700 Kilometer Höhe die Erdoberfläche ab. (Foto: ESA)

Wissenschaftliches Projekt SAMOSEE-BW

Seenforscher aus Langenargen arbeiten mit Daten aus dem All

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In Baden-Württemberg kann die Wasserqualität von Seen mit Hilfe von Satellitendaten überwacht werden. Seenforscher aus Langenargen (Bodenseekreis) haben ein System entwickelt, mit dem Satellitendaten aus dem All von Seen aufgearbeitet werden können.

Der Bodensee, der rund fünf Millionen Menschen mit Trinkwasser versorgt, ist eines von 28 großen Gewässern mit einer Flächer von mehr als 50 Hektar in Baden-Württemberg, die regelmäßig auf ihre Qualität überprüft werden müssen. Hinzu kommen hunderte kleine Seen, die nicht ständig durch Probenentnahmen überwacht werden können. Das soll sich durch die Fernerkundung ändern, heißt es in einer Mitteilung der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW).

"Mit den klassischen Methoden der Probennahmen ist ihre kontinuierliche Überwachung kaum möglich."

Die Satelliten liefern dafür täglich Messdaten über Wassertemperatur, Sichttiefe oder Färbung der Gewässer - die Langenargener Seenforscher übersetzen in dem Projekt "Satellitenbasiertes Monitoring von Stehgewässern in Baden-Württemberg" (SAMOSEE-BW) die Rohdaten in interpretierbare Tabellen und Grafiken. So können Behörden zum Beispiel frühzeitig erkennen, ob sich an einer Badestelle giftige Blaualgen entwickeln.

Technik funktioniert im Winter nicht so zuverlässig wie im Sommer

Bei schönem Wetter im Sommer liefere ein Erdbeobachtungssatellit hervorragende Daten, heißt es von der LUBW weiter. Doch im Winter sehe es wegen den flach einfallenden Sonnenlichtes schlecht aus, auch könnten Wolken und Dunst die Messergebnisse mehr oder weniger stark beeinträchtigen. Neben den optischen Sensoren könnten auch Sensoren, die etwa mit Radarwellen arbeiten oder neuartige "Messaugen", die sogenannten Hyperspektralsensoren wertvolle Informationen liefern und die Nachteile der optischen Erfassung ausgleichen.

Schnelle Risikowarnung ist noch Zukunftsmusik

Die LUBW weist auch darauf hin, dass die Weiterverarbeitung der Messdaten derzeit noch etwa ein Vierteiljahr dauere. Das reiche für den vorsorgenden Gewässerschutz. Um ein Warnsystem mit sehr kurzen Reaktionszeiten zu verwirklichen, müsste noch entsprechende Hard- und Software noch entwickelt werden. Das sei eines der nächsten Ziele der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Langenargen.

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