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Vor einem halben Jahr ging sie in der Region Bodensee-Oberschwaben los: die Corona-Pandemie. Am 3. März wurde der erste positive Fall im Bodenseekreis bestätigt.

Im Griff hat die Corona-Pandemie die Region Bodensee-Oberschwaben, die Ostschweiz und Vorarlberg aber schon Anfang des Jahres. Bereits im Februar schicken Behörden und Unternehmen Mitarbeiter ins Homeoffice, Veranstaltungen werden abgesagt. Kreisverwaltungen bilden Krisenstäbe, Krankenhäuser bereiten sich auf das Schlimmste vor.

3. März 2020

Das Landratsamt des Bodenseekreises meldet den ersten positiven Corona-Fall. Der gesundheitliche Zustand des Infizierten sei aber unkritisch. Zudem müssen eine Schulklasse und deren Lehrer vorsorglich zu Hause bleiben, weil sie teils Kontakt zu einem anderen Coronavirus-Patienten gehabt hatten, der nicht aus der Region stammt.

4. März 2020

Die nächsten Fälle folgen. In den Kreisen Lindau und Sigmaringen, dann in den Kreisen Biberach, Ravensburg und Konstanz, auch Vorarlberg und die Ostschweiz beklagen Infizierte.

17. März 2020

Im Kreis Sigmaringen gibt es den ersten Corona-Toten in der Region. Der Mann war laut Landratsamt über 80 Jahre alt und litt an einer schweren Lungenentzündung. Immer mehr möglicherweise Infizierte werden getestet, und im Kreis Biberach erste Schulen geschlossen.

"Rund 100 Personen waren augenscheinlich gemeinsam auf einer Selbstversorgerhütte, davon 40 Kinder."

Heiko Schmid, Landrat des Kreises Biberach

Es herrscht Alarmstimmung, vor allem in den Krankenhäusern, wo Masken, Handschuhe und Desinfektionsmittel fehlen. In den Kreisen eingerichtete Fieberambulanzen und Testzentren sind überlaufen.

"Wer keinen Termin hat, wird nicht getestet. Es geht darum, dass wir die Tests jetzt schnell bei Menschen machen, wo es wirklich wichtig ist, zum Beispiel bei Verdachtsfällen."

Robert Schwarz, Pressesprecher des Landratsamtes Bodenseekreis

26. März 2020

Im deutschen Bodenseeraum gibt es inzwischen über 1.000 Corona-Fälle. Zudem eine Test-Panne in einem Ravensburger Labor. Es bearbeitet Tausende Corona-Tests nicht rechtzeitig, die Proben werden unbrauchbar, es muss erneut getestet werden. Schwer trifft die Pandemie auch das öffentliche Leben in der Region. So gibt es keine Gottesdienste mehr, nicht einmal an Ostern.

13. April 2020

Die Pandemie triff die Wirtschaft. Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen schließt vorübergehend eines seiner Werke. Tausende Menschen gehen in Kurzarbeit. Der Flughafen Friedrichhafen, Hochschulen und Tierheime werden geschlossen, ebenso die Grenzen ins Ausland, Kneipen, Restaurants und Kinos. Immer mehr Veranstaltungen werden abgesagt. Auch die Landesgartenschau in Überlingen und der Blutritt in Weingarten.

"Wir haben in der Vergangenheit Maul- und Klauenseuche gehabt, die Geflügelpest, nichts hat uns bisher dran hindern können, den Blutritt durchzuführen. Jetzt mit diesem Corona, viele sehen es ein, vielen tut's aber auch weh."

Markus Göttner, einer der Organisatoren des Blutritts in Weingarten

Auch Messen und Heimatfeste wird es in der Region nicht geben. Alltag wird für viele das Arbeiten und Lernen im Homeoffice, aber auch das Kinderhüten: Schulen und Kitas sind dicht.

Mai 2020

Erst mit den Lockerungen der Bestimmungen von Bund und Land ab Mai kehrt wieder etwas Normalität ein. Die Corona-Fallzahlen gehen nach und nach zurück.

3. September 2020

Sechs Monate nach dem ersten Corona-Fall im Bodenseekreis steigen die Infektionszahlen wieder an. Auf deutscher Seeseite und in Oberschwaben sind insgesamt knapp 3.700 Menschen mit dem Virus infiziert. 107 Menschen starben bisher.

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