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Das Schulmuseum in Friedrichshafen lädt mit einem neuen multimedialen und interaktiven Angebot zu einer virtuellen Reise ins 19. Jahrhundert ein: Es geht um Kindheit und Schulalltag in der damaligen Zeit.

Besucher kommen über die Homepage des Schulmuseums in die virtuelle Ausstellung. Wegen der Corona-Pandemie ist das Museum selbst derzeit geschlossen. Normalerweise können dort kleine wie große Besucherinnen und Besucher anhand vieler Original-Ausstellungsstücke und Rundgänge den Schulalltag um 1850 kennenlernen. Die Schau wurde in Form eines Erlebniskurses multimedial aufbereitet - sie ist ab sofort für jeden frei und kostenlos zugänglich. Das Angebot richtet sich aber vor allem an Lehrkräfte und Schulklassen.

Eine Spielszene aus dem neuen digitalen Angebot des Schulmuseums. (Foto: Schulmuseum Friedrichshafen (Screenshot))
Eine Spielszene aus dem neuen digitalen Angebot des Schulmuseums. Schulmuseum Friedrichshafen (Screenshot)

Spielerisch lernen

So mimt etwa Markus Schweizer aus Tettnang (Bodenseekreis), ein pensionierter Lehrer, in zeitgenössischer Kleidung, mit Rohrstock in der Hand und neben einer Kreidetafel im Schulzimmer des 19. Jahrhunderts den Lehrer. Er fordert die Schülerinnen und Schüler an den Bildschirmen zum Morgengebet auf, erklärt am Rechenschieber das kleine Einmaleins und stellt kleine Aufgaben. Immer wieder stoppt das Video, dann müssen die Zuschauer Aufgaben per Mausklick lösen, bevor es weitergehen kann. Spielerisch lernen die Betrachter, wie der Alltag um 1850 in Schule und Elternhaus auf dem Dorf war. Sie können sogar Schritt für Schritt selber die damalige Schriftart, die Kurrentschrift, üben.

Klassenzimmer wird zum Museum

Entwickelt hat den Erlebniskurs und das digitale Gesamtkonzept Michael Rische, Geschäftsführer der auf E-Learning spezialisierte Agentur LearnDynamics in Ravensburg. Zum Konzept gehören unter anderem ein 360°-Panorama des historischen Klassenzimmers, Videos, Quizmodule, Tondokumente und Arbeitsvorlagen zum Download. Der Kurs kann nun überall auch ohne einen Besuch im Schulmuseum Friedrichshafen ins Klassenzimmer oder ins Homeoffice geholt werden. Der Kurs wurde im Vorfeld bereits mit Schulklassen in Hagnau (Bodenseekreis) und Ravensburg getestet.

Einzigartiges Angebot

Da die Historikerinnen und Pädagoginnen Material aus den Depots des Schulmuseums ausgewählt haben, das in den Führungen vor Ort nicht zum Einsatz kommt, ergänzen sich der reale Museumsbesuch und der digitale Kurs. Der eine mache den anderen nicht überflüssig, aber jeder könne für sich wirken, teilt das Schulmuseum mit. Museumsleiterin Friederike Lutz ist überzeugt, dass mit dem digitalen Erlebniskurs etwas Neuartiges geschaffen wurde. Unter den Schulmuseen sei man mit dem Angebot einzigartig, sagte Museumsleiterin Friederike Lutz bei einer Pressekonferenz am Freitag.

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