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Vor genau 100 Jahren ist am Bodensee die Schule Schloss Salem gegründet worden - das heute bekannteste Internat im Südwesten. Gefeiert wird später - wegen Corona.

Am 14. April 1920 eröffneten Prinz Max von Baden, sein Berater Kurt Hahn und der bekannte Pädagoge Karl Reinhardt in Salem im heutigen Bodenseekreis die Schule Schloss Salem - eine der ersten Reformschulen der Welt. Die drei Gründer standen der Reformpädagogik nah, ihr Konzept ist bis heute richtungsweisend. Die Schülerinnen und Schüler sollten ganzheitlich gebildet, gefordert und gefördert werden.

Max Markgraf von Baden (Foto: SWR)
Max Markgraf von Baden

Verantwortung übernehmen für andere

Erlebnispädagogik und soziales Engagement sind Kernelemente der Salemer Pädagogik. So sollen die Kinder und Jugendlichen zum Beispiel durch soziale Dienste lernen, Verantwortung für andere zu übernehmen - bei der Feuerwehr, im Umweltschutz, in der Altenhilfe oder bei der Hausaufgabenbetreuung. Auch die politische Bildung war den Gründervätern wichtig: Sie sahen im Ersten Weltkrieg und seinen verheerenden Folgen auch das Versagen der nationalen Elite.

Prominente Schülerinnen und Schüler

Industrielle, Adlige und Konzernchefs vertrauen seit Generationen dem Internat ihren Nachwuchs an. Aber auch Stipendiatinnen und Stipendiaten, die besondere Leistungen vorweisen können und deren Eltern nicht vermögend sind, erhalten in dem ehemaligen Zisterzienserkloster ihre Schulausbildung. Viele Persönlichkeiten haben in der Schule Schloss Salem die Schulbank gedrückt: Zum Beispiel der Schriftsteller und Historiker Golo Mann, der Unternehmer August Oetker und die FDP-Politikerin Hildegard Hamm-Brücher.

Jubiläumsfeierlichkeiten verschoben

Eigentlich wollte die Schule im April ihr 100-jähriges Bestehen groß feiern. Doch der Festakt mit Gästen aus aller Welt wurde wegen Corona verschoben. Man hoffe, so die Schule, stattdessen im nächsten Jahr den 101. Geburtstag gebührend feiern zu können.

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