Emotionale Unterstützung von Freundin

Wie ein Säure-Angriff das Leben eines Konstanzers verändert hat

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Der Konstanzer Robin Schellinger ist in der Nacht vom 16. auf den 17. April zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen. Drei junge Männer griffen ihn an und überschütteten ihn mit ätzender Säure.

Der 21-jährige Auszubildende war ein Zufallsopfer - die jungen Männer, die ihn und seine Freunde angriffen, hatte Robin Schellinger zuvor noch nie gesehen. Mit Stangen und Pfefferspray gingen die Angreifer vor. Einer von ihnen schüttete schließlich Säure in Richtung von Robert Schellinger - diese verätzte seine rechte Gesichtshälfte.

Rohrreiniger mit hochprozentiger Schwefelsäure

Später stellte sich heraus, dass es 96-prozentige Schwefelsäure war, die Robin Schellinger abbekommen hatte. Trotz vieler Operationen und Behandlungen hat er noch viele Wunden und dauerhafte Schmerzen. Im Klinikum Konstanz macht der 21-Jährige eine Ausbildung zum Pfleger. Derzeit ist er auf der Kinderstation eingesetzt, wo ihn die kleinen Patienten ganz direkt auf seine Verletzungen ansprechen. "Natürlich will ich denen nicht sagen, das war ein Säureangriff - da sind lauter böse Menschen da draußen. Ich sage ihnen, es war ein Unfall".

Die Verletzungen auf der Haut und der Seele schmerzen jeden Tag. Seine große Stütze ist seine Freundin.

"Sie ist bei mir geblieben, hat mich aufgefangen, hat mir emotional die Stärke gegeben, die ich gebraucht habe. Ich bin unendlich dankbar."

 Nun will Robin nach vorne schauen. Wut und Hass auf die mutmaßlichen Täter habe er nicht. "Schade finde ich, dass sich die Täter nicht einmal bei mir gemeldet haben oder sich in irgendeiner Form entschuldigt haben", sagt er.

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