Menschenrechtsexperte aus Weingarten

SPD-Politiker Bindig schockiert von russischer Brutalität im Ukraine-Krieg

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Der SPD-Politiker und Russlandkenner Rudolf Bindig aus Weingarten (Kreis Ravensburg) ist entsetzt von den Grausamkeiten russischer Soldaten in der Ukraine. Im SWR-Interview mit Tina Löschner fordert er, dass Putin zur Verantwortung gezogen wird.

Rudolf Bindig kennt Russland und die politischen Verhältnisse im Osten gut. Als Beobachter für die parlamentarische Versammlung des Europarats berichtete Bindig schon Anfang der neunziger Jahre aus Russland. Er lernte Putin kennen, als der noch Geheimdienstchef war. Bindig war mehrfach in Tschetschenien, aber auch in anderen Krisenregionen dieser Welt, zum Beispiel in Afghanistan oder im Kosovo.

Rudolf Bindig und russische Soldaten 2004 (Foto: dpa Bildfunk, picture-alliance/Stefan Voß (Archivbild))
Rudolf Bindig (M) trifft 2004 in Inguschetien ein. Vor der Präsidentenwahl dort erkundete er die schwierige Lage in der Kaukasusrepublik. picture-alliance/Stefan Voß (Archivbild)

Putin zur Verantwortung ziehen

Schon vor 20 Jahren forderte Bindig in Zusammenhang mit dem Krieg in Tschetschenien ein Kriegsverbrechertribunal gegen Russland. Damals war er Berichterstatter des Europarats für Tschetschenien. Und auch heute sagt Bindig, Putin müsse für sein Handeln in der Ukraine zur Verantwortung gezogen werden.

"Die Gräueltaten des russischen Militärs müssen geahndet werden durch eine internationale Gerichtsbarkeit."

Der Terror gegen die Zivilbevölkerung diene seiner Meinung nach dazu, die Widerstandsmoral der Ukrainer zu brechen. Das sei Teil der Kriegsführung Russlands. Doch Bindig rechnet nicht damit, dass sich die Menschen in der Ukraine dem Terror so schnell geschlagen geben. Er geht davon aus, dass sich dieser Krieg noch lange hinziehen wird.

Für die SPD im Bundestag, Europarat und Kreistag

Rudolf Bindig war von 1976 bis 2005 SPD-Abgeordneter im Deutschen Bundestag. Er war Sprecher für Menschenrechte innerhalb der SPD-Fraktion und unter anderem Berichterstatter des Europarats für Tschetschenien. Der heute 81-Jährige ist politisch immer noch aktiv, er sitzt seit 2009 im Ravensburger Kreistags und ist aktuell SPD-Fraktionsvorsitzender.

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