Rindfleisch Blindverkostung (Foto: SWR)

Bio-Weidebulle gegen Bio-Stallbulle

Rindfleisch-Blindverkostung in Friedrichshafen

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Kann man beim Rindfleisch schmecken, wie das Tier gehalten wurde? Nur eine der Fragen, die Agrarwissenschaftlerinnen der Uni Hohenheim mit einer Blindverkostung in Friedrichshafen beantworten wollten. Es geht auch um Tierwohl.

In einem Kochstudio trafen sich die Test-Esserinnen und Test-Esser zur Bewertung von zwei Sorten Rindfleisch: Bio-Fleisch aus Weideaufzucht und solches aus Stallaufzucht. Nur die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Uni Hohenheim wussten, welches Fleisch welches war.

Kälber von Milchkühen sollen als Weiderinder in der Region bleiben

Hintergrund ist das Forschungsprojekt "Wertkalb": Es soll zeigen, ob es sich für Bauern lohnt, männliche Kälber, die später nicht in der Milcherzeugung benötigt werden, stattdessen zur Fleischerzeugung eingesetzt werden können. Bisher werden männliche Kälber - auch bei Bio-Höfen - oft zu geringen Preisen verkauft, um dann außerhalb von Baden-Württemberg oder sogar außerhalb von Deutschland in Stallhaltung aufgezogen zu werden.

Die Forschung der Uni Hohenheim soll eine Perspektive für Bio-Bauern am Bodensee schaffen, ihre männlichen Kälber bei sich auf den Höfen zu behalten, auf Weiden aufzuziehen und das Fleisch dann unter entsprechendem Label zu vermarkten. Laut Uni Hohenheim wäre das ein klares Plus für Ökologie, Regionalität und den Verbraucher. An der Initiative sind auch der Bodenseekreis und der Landkreis Konstanz beteiligt, die zusammen eine Bio-Musterregion bilden.

Ergebnisse erst in einigen Monaten

Die Ergebnisse der Verkostung werden in den kommenden Monaten im Rahmen einer Forschungsarbeit ausgewertet.

Rindfleisch Blindverkostung (Foto: SWR)
Agrarwissenschftlerinnen der Uni Hohenheim verteilen das Fleisch an die Testesser.

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