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Die Reaktionen auf die Öffnung des traditionellen Weingartener Blutritts für Frauen fallen unterschiedlich aus. Bei einer der größten Reiterprozessionen Europas waren bisher nur männliche Reiter erlaubt.

Die Blutreitergruppen, die sich jedes Jahr an der traditionsreichen Reiterprozession in Weingarten (Kreis Ravensburg) beteiligen, sind unterschiedlicher Ansicht. "Der Blutritt ist eine Männerwallfahrt", heißt es beispielsweise von der Blutreitergruppe Bergatreute. Die Frauen gehörten zu den Blutreitern, aber im Hintergrund. "Es ist Zeit für Neues" hingegen meint die Blutreitergruppe Ravensburg-Eschach.

SWR-Reporter Dirk Polzin hat Reaktionen zusammengetragen:

Lob kommt von Weingartens Oberbürgermeister Markus Ewald (parteilos). Die Öffnung des Blutritts für Frauen sei ein zeitgemäßer Schritt, zu dem er die katholische Kirche nur beglückwünschen könne.

"Es ist ein deutliches Signal für Gleichberechtigung, Vielfalt und Toleranz weit über den Blutritt hinaus."

Markus Ewald, Oberbürgermeister von Weingarten (Kreis Ravensburg)

Auch Basilika-Pfarrer Ekkehard Schmid, der als Blutreiter mit der Reliquie in der Hand seit zehn Jahren die Prozession anführt, begrüßte die Entscheidung des zuständigen Kirchengemeinderats St. Martin. Der Schritt habe sich dort schon länger abgezeichnet, sagte Schmid gegenüber dem SWR.

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass ab dem Blutfreitag 2021 jede Blutreitergruppe selbst bestimmen kann, ob Frauen gemeinsam mit den Männern am Tag nach Christi Himmelfahrt durch die Stadt und die umliegenden Fluren reiten.

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