Bischöfe, Ordensträger und Laien sitzen an runden Tischen in einem Sitzungssaal in Rom

Bischöfe, Ordensvertreter und Laien tagen in Rom

Weltsynode: Katholiken in Oberschwaben haben wenig Hoffnung

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Moritz Kluthe
SWR-Redakteur Moritz Kluthe Autor Bild

Seit Mittwoch tagt im Vatikan die Weltsynode der katholischen Kirche. Das ist eine Art Parlament, das Vorschläge erarbeiten soll, wie sich die Kirche wandeln kann. Katholiken aus Oberschwaben schauen unterschiedlich auf die Synode.

450 Teilnehmende der Weltsynode tagen seit Mittwoch im Vatikan, um Reformvorschläge für die Kirche zu erarbeiten. Erstmals stimmberechtigt sind Frauen. Umstrittene Themen sind unter anderem das Zölibat und die Weihe von Frauen zu Diakoninnen. Egal was die Synode am Ende entscheidet, das letzte Wort hat der Papst.

Welche Hoffnungen die Synode an der katholischen Basis am Bodensee und in Oberschwaben weckt, fasst SWR-Reporter Moritz Kluthe zusammen:

Mentalitätswandel in der Kirche

Philip Heger, Pastoralreferent aus Friedrichshafen, hofft, dass die Synode ein wenig an den kirchlichen Herrschaftsstrukturen ändert. Denn neben Priestern und Ordensleuten hätten auch Laien, nicht geweihte Katholikinnen und Katholiken ein Mitspracherecht. Der Synodale Weg in Deutschland hätte einiges bewirkt, etwa im kirchlichen Arbeitsrecht. Heger stellt einen Mentalitätswandel in der Kirche fest.

"Das ist etwas, was mir Hoffnung macht."

Ex-Katholik aus Singen blickt zuversichtlich auf Synode

Für immer mehr Gläubige wandelt sich die Kirche zu langsam und sie treten aus. Andreas Sturm war Generalvikar der Diözese Speyer. Im vergangenen Jahr wechselte er von der römisch-katholischen zur alt-katholischen Kirche. Jetzt ist er Seelsorger für die alt-katholischen Gemeinden in Singen und Sauldorf. Er schaut sogar ein wenig optimistisch auf die Reformbemühungen in seiner alten Kirche.

"Dass erstmals Bischöfe und Laien im Gespräch sind und auf Augenhöhe miteinander reden."

Frauenbundsvertreterin enttäuscht von Weltsynode

Große Veränderungen in der katholischen Kirche erwartet Sturm nicht. Barbara Kunz aus Friedrichshafen treibt die Frage der Gleichberechtigung von Frauen in der Kirche um. Sie ist im Vorstand des Katholischen Deutschen Frauenbund (KFDB) der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Sie ist ziemlich enttäuscht von der Synode, auch wenn Frauen nun erstmals stimmberechtigt sind. Die Mehrheit in dem Gremium seien immer noch Männer. Die wollten die alten Machtstrukturen erhalten.

Wenn die Kirche nicht wolle, dass ihnen irgendwann alle Frauen weglaufen, müsse es mehr Gleichberechtigung geben. Es würden sich, vermutet Kunz, sogar mehr Frauen in der Kirche engagieren als Männer.

"Frauen müssen so viel Mitspracherecht haben wie die Männer. Das wäre gerecht."

Keine Missbrauchsopfer in der Synode

Dass den Frauen hohe kirchliche Ämter vorenthalten würden, sei eine Diskriminierung. Sie sagt, vom Zweiten Vatikanischen Konzil in den 1960er-Jahren sei ein großer Aufbruch durch die Kirche gegangen. Mittlerweile gebe es sogar Rückschritte. Nicht allein für Frauen müsse sich die Kirche öffnen, sondern auch für sexuelle Minderheiten wie Schwule und Lesben. Ein großes Problem an der Synode sei für Kunz außerdem, dass Missbrauchsopfer nicht vertreten seien.

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