Bildschirm mit App-Symbolen von Whatsapp, Twitter, Telegram und anderen sozialen Netzwerken (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Silas Stein)

Kritik an Löschpolitik des Messengerdienstes

Stadt Ravensburg schaltet ihren Telegram-Kanal ab

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Die Stadt Ravensburg hat ihren Kanal beim Messengerdienst Telegram abgeschaltet. Außerdem hat sie ein Versammlungsverbot erlassen.

Zur Abschaltung ihres Kanals bei Telegram schreibt die Stadt in einer Mitteillung, man wolle nicht auf derselben Plattform aktiv sein wie viele Querdenker und Coronaleugner, die dort ungestört Botschaften mit Hass und Hetze verbreiteten. Außerdem kritisiert die Stadt, dass der Messengerdienst Telegram nicht konsequent Inhalte mit Hass und Hetze lösche.

"Einen Dienst mit solch einer Geschäftspolitik wollen wir als Stadt Ravensburg nicht mehr nutzen."

Stadt weiter in anderen Sozialen Medien aktiv

Die Stadt hat nun ihr Benutzerkonto abgeschaltet. Damit kommen keine städtischen Nachrichten mehr über Telegram an Interessierte. Neben ihrer eigenen Homepage betreibt Ravensburg Kanäle in den Sozialen Medien, wie beispielsweise bei Facebook, Instagram und YouTube. Diese Dienste würden die deutsche Gesetzgebung anerkennen und fragwürdige Inhalte nach den gesetzlichen Vorgaben löschen, heißt es in der Mitteilung.

Versammlungsverbot in der Altstadt

Für kommenden Montag hat die Stadt Ravensburg außerdem ein Versammlungsverbot für die Altstadt erlassen. Die Stadt befürchtet, dass wieder ein sogenannter "Spaziergang" stattfinden könnte, eine nicht angemeldete Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen. Am vergangenen Montag hatten rund 1.000 Menschen in Ravensburg unangemeldet und damit nicht genehmigt gegen eine Corona-Impfpflicht demonstriert.

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