Vögel lernen voneinander

Radolfzeller Wissenschaftler erforschen Kakadus, die Mülltonnen öffnen

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Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie in Radolfzell haben herausgefunden, dass Kakadus voneinander lernen, Mülltonnen zu öffnen.

Die Vögel tun das, um in den Mülltonnen Nahrung zu finden. Anlass zur Forschung war ein Video von einem australischen Gelbhaubenkakadu, der in Australien mit seinem Schnabel und seinem Fuß eine Tonne öffnete, heißt es im Wissenschaftsmagazin "Science".

Voneinander gelernt, nicht genetisch bedingt

Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung der Verhaltensbiologen aus Radolfzell (Kreis Konstanz) fand durch Befragen der Bewohner zunächst heraus, dass Kakadus den Trick 2018 erst in drei Gebieten Australiens kannten. Ein Jahr später fischten die Vögel schon in 44 Gebieten Nahrung aus Mülltonnen. Die Analyse der Areale ergab, dass sich das Verhalten in benachbarten Gebieten schneller verbreitete als in weiter entfernten Gegenden. Offenbar hatten sich die Vögel das Tonnenöffnen voneinander abgeschaut. Es ist nicht vererbt.

Die meisten lassen andere arbeiten

Weitere Untersuchungen zeigten, dass nicht alle Kakadus Mülltonnen öffnen. In drei Arealen markierten die Forschenden rund 500 Kakadus mit Farbpunkten, um sie einzeln erkennen zu können. Dabei stellte sich heraus, dass nur etwa zehn Prozent der Kakadus Mülltonnen öffneten. Die Übrigen warteten, bis die Tonnen geöffnet waren, und bedienten sich dann.

Das Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie ist international renommiert, hervorgegangen ist es aus der Vogelwarte Radolfzell.

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