Ein Ravensburger Klimaaktivist seilt sich ab vom Dach des Regionalverbands. (Foto: SWR, Stefanie Baumann)

Protest gegen Regionalplan Bodensee-Oberschwaben

Klimaaktivisten steigen Regionalverband aufs Dach

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In Ravensburg haben am Samstag Naturschützer, Landwirte und Klimaaktivisten gegen den Entwurf des neuen Regionalplans Bodensee-Oberschwaben demonstriert. Sie kritisieren, dass in dem Plan zu viele Flächen für Bau- und Verkehrsvorhaben ausgewiesen werden.

Es geht um 2.600 Hektar Fläche, das entspricht 36 Fußballfeldern, die laut neuem Regionalplan in den kommenden 15 bis 20 Jahren am Bodensee und in Oberschwaben bebaut und wirtschaftlich genutzt werden könnten: Als Gewerbegebiete, für Wohnbebauung, neue Straßen und für den besonders umstrittenen Kiesabbau im Altdorfer Wald.

Gebäude bei Nacht verhängt

Damit werde der Natur zu viel Fläche weggenommen, hieß es bei der Protestkundgebung in Ravensburg. Klimaaktivisten hatten zuvor in einer Nacht- und Nebelaktion das Gebäude des Regionalverbandes mit einem Banner abgehängt. Darauf der Text: "Kiesexport und Asphaltwahn, das ist ein Klima-Höllenplan". Polizei und Feuerwehr beobachteten die Aktion, griffen aber nicht ein.

Naturschützer und Klimaaktivisten protestieren in Ravensburg vor dem Gebäude des Regionalverbandes gegen den Regionalplan Bodensee-Oberschwaben (Foto: SWR, Stefanie Baumann)
Naturschützer und Klimaaktivisten protestieren in Ravensburg vor dem Gebäude des Regionalverbandes gegen den Regionalplan Bodensee-Oberschwaben Stefanie Baumann

Weniger Flächenverbrauch, mehr Klimaschutz

Vor dem Haus des Regionalverbands sprachen am Samstag Vertreter verschiedener Initiativen, die den Regionalplan kritisieren - darunter BUND, Gegner des Kiesabbaus im Altdorfer Wald und die Arbeitsgemeinschaft für bäuerliche Landwirtschaft. Sie kritisieren den hohen Flächenverbrauch im Regionalplan und halten den Plan für klimafeindlich. Sie fordern maximal 1.500 Hektar Flächenverbrauch in der Region Bodensee-Oberschwaben. Außerdem wollen sie eine klimafreundliche Energie- und Verkehrswende für die Region Bodensee-Oberschwaben: Mit mehr Bus- und Bahnverbindungen, Fahrrad- und Fußgängerwegen.

Regionalplan-Entwurf kann eingesehen werden

Bei der Protestaktion in Ravensburg wurden Unterschriften gegen den neuen Regionalplan gesammelt. Der Entwurf für den neuen Regionalplan liegt noch bis Ende Februar öffentlich aus, Bürger und Gemeinden können Einwände erheben. Das Wirtschaftsministerium muss ihn letztlich genehmigen. Der jetzige Regionalplan für die Region Bodensee-Oberschwaben stammt aus dem Jahr 1996.

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