Eine Person wird von Polizisten aus einem Hubschrauber gebracht. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Uli Deck)

Deutschlandweit Razzien

Polizeieinsatz gegen mutmaßliche "Reichsbürger" auch im Bodenseekreis

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Deutschlandweit hat es am Mittwoch einen Großeinsatz gegen mutmaßliche "Reichsbürger" gegeben. Die Polizei ist auch im Bodenseekreis im Einsatz gewesen, hier wurden vier Objekte durchsucht.

Am Mittwoch hat einer der größten Polizeieinsätze gegen eine mutmaßliche terroristische Vereinigung stattgefunden, den es jemals in Deutschland gegeben hat. Dabei ging es um die "Reichsbürger"-Szene. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, einen gewaltsamen Umsturz des Staates geplant zu haben. Allein in Baden-Württemberg wurden 38 Objekte durchsucht. Auch im Bodenseekreis war die Polizei im Einsatz. Das bestätigte das Landeskriminalamt (LKA) dem SWR. Einzelheiten nannte das LKA allerdings nicht.

Frau aus dem Bodenseekreis unter Verdacht

Von der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe war zu erfahren, dass im Bodenseekreis vier Objekte durchsucht wurden. Diese könnten zwei Personen zugeordnet werden. Eine davon, eine Frau, gelte als beschuldigt, so ein Behördensprecher. Das bedeutet: Bei ihr besteht der Anfangsverdacht, Mitglied der mutmaßlichen terroristischen Vereinigung zu sein. Die Frau wurde allerdings nicht festgenommen.

Ob es sich bei den durchsuchten Objekten im Bodenseekreis um Wohnungen handelt und ob möglicherweise Waffen beschlagnahmt wurden, dazu machte die Bundesanwaltschaft keine Angaben. In den Landkreisen Ravensburg, Biberach, Sigmaringen und Konstanz gab es am Mittwoch keine Razzien gegen die "Reichsbürger"-Szene, das bestätigte das LKA.

25 Festnahmen bei Durchsuchungen in ganz Deutschland

Bundesweit gingen am Mittwoch Beamte des Bundeskriminalamtes und der Bundespolizei gegen die "Reichsbürger"-Szene vor. Der Südwesten sei dabei ein Schwerpunkt gewesen, sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft am Mittwoch in Karlsruhe. Insgesamt wurden 25 Männer und Frauen festgenommen, acht davon in Baden-Württemberg. BKA-Präsident Holger Münch sprach am Mittwochabend von inzwischen 54 Beschuldigten und insgesamt mehr als 150 Durchsuchungen. Bei rund 50 Objekten seien auch Waffen festgestellt worden. Münch gehe von weiteren Beschuldigten und Durchsuchungen in den nächsten Tagen aus. Bei den Razzien seien in insgesamt elf Bundesländern rund 3000 Beamte im Einsatz gewesen.

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