Ein EuroCity fährt über die elektrifizierte Bahnstrecke im Allgäu. (Foto: Pressestelle, Deutsche Bahn AG)

Gründung eines Interessenverbandes

Der Traum vom "Ringzug" durch Oberschwaben und das Allgäu

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Eine umsteigefreie Zugverbindung vom Bodensee nach Oberschwaben und ins Allgäu - um einen solchen "Ringzug" zu verwirklichen, wird jetzt ein Interessenverband gegründet.

Es ist ein Traum für alle, die den öffentlichen Nahverkehr im ländlichen Raum in Oberschwaben und im württembergischen Allgäu verbessern wollen. Eine umsteigefreie Bahnverbindung, die Leutkirch und Wangen via Kißlegg und Aulendorf mit Ravensburg, Friedrichshafen und Lindau verbindet. Am Dienstagnachmittag wird ein erster Schritt zur Verwirklichung dieses Traums unternommen: Im Landratsamt Ravensburg soll ein Interessenverband für den geplanten "Ringzug" gegründet werden.

Angebot für Pendler, Schüler und Touristen

Dieter Krattenmacher (CDU) ist mit dabei - er ist der Bürgermeister von Kißlegg und zugleich einer derjenigen, die sich seit Jahren für eine umsteigefreie Anbindung des württembergischen Allgäus ans Schussental einsetzen. Berufspendlerinnen und -pendler würden ebenso profitieren wie Schülerinnen und Schüler, da mehrere Berufsschulzentren im Kreis Ravensburg an dieser Zugstrecke liegen, sagte Krattenmacher im Gespräch mit SWR-Moderatorin Rebecca Lüer:

Verspätete Züge, verpasste Anschlüsse

Umsteigen strapaziere das Nervenkostüm, so Krattenmacher. Denn auch nach der Elektrifizierung der Südbahn gebe es immer wieder Zugverspätungen. Dann sei der Anschlusszug in Aulendorf weg. Und dann vergehe auch dem treuesten Bahnpendler die Lust, mit dem Zug zu fahren.

"Umsteigen ist des Pendlers Tod."

Wenn man aber eine Verbindung ohne lästiges Umsteigen habe, dann sei das ein starkes Argument, statt des Autos den Zug zu nehmen.

Kommunen und Wirtschaftsverbände unterstützen Idee

Der Bürgermeister von Kißlegg gibt sich zuversichtlich: Der Zeitpunkt, das Projekt jetzt anzuschieben, nachdem die Allgäubahn und die Südbahn unter Strom stehen, sei günstig wie nie. Sein Eindruck sei, dass man mit so einem Projekt heute offene Türen einrenne. In dem neuen Interessenverband sollen die Landkreise Ravensburg, Bodensee und Lindau sein, außerdem Kommunen entlang der geplanten Ringzug-Strecke mit wichtigen Haltestellen sowie die IHK und der Regionalverband für die Region Bodensee-Oberschwaben. Vorsitzender soll der Ravensburger Landrat Harald Sievers (CDU) werden. Ein erstes Vorhaben ist, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben.

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SWR