Die Einfahrt der Staufer-Kaserne in Pfullendorf, das Tor ist gerade geöffnet und ein Fahrzeug der Bundeswehr fährt rein (Foto: SWR, Wolfgang Wanner)

Verdacht auf Volksverhetzung und illegalen Waffenbesitz

Haftbefehl für Pfullendorfer Bundeswehrsoldat

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Ein Bundeswehrsoldat des Standortes Pfullendorf (Kreis Sigmaringen) sitzt wegen des Verdachts auf Volksverhetzung und illegalen Waffenbesitz in Untersuchungshaft. Munition und Waffen wurden sichergestellt.

Eine Richterin des Amtsgerichts Hanau (Hessen) habe Haftbefehl erlassen. Das bestätigten die Staatsanwaltschaft Hanau und das Hessische Landeskriminalamt in einer gemeinsame Mitteilung am Montagvormittag. Der Soldat und ein zweiter Verdächtiger seien am Sonntag im Hochtaunuskreis festgenommen worden, ein dritter Mann stellte sich am Abend selbst. Die Männer aus Glashütten seien miteinander verwandt und 21, 63 und 20 Jahre alt.

Vorwurf rechtsextremer Äußerungen

Den drei Männern wird vorgeworfen, illegal Waffen und Munition gehortet und sich in rechtsextremer Weise geäußert zu haben. Sichergestellt wurden bei ihnen Kurz- und Langwaffen, Munition, eine Handgranate sowie Sprengmittel, außerdem Schriftstücke und Datenträger. Die Waffen sollen nach ersten Erkenntnissen überwiegend nicht aus Bundeswehrbeständen stammen. Bei der Handgranate handele es sich wohl um ein Modell aus dem früheren Jugoslawien, berichtete die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Waffen und Munition wurden beim Pfullendorfer Bundeswehrsoldaten sichergestellt. (Foto: Hessisches Landeskriminalamt)
Nach diesen Funden ermittelt das LKA wegen Verstoßes gegen das Sprengstoff-, Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz. Hessisches Landeskriminalamt

Am Bundeswehrstandort Pfullendorf hat auch das Ausbildungszentrum Spezielle Operationen seinen Sitz. Zuletzt machte mehrfach das Kommando Spezialkräfte (KSK) im Zusammenhang mit Munitionsvorfällen Schlagzeilen. So war bei einem Kommandosoldaten aus Sachsen im Garten ein Waffenversteck mit Munition und Sprengstoff gefunden worden.

2017 waren Ermittlungen gegen sieben Soldaten der Kaserne Pfullendorf wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung, Körperverletzung und Nötigung im Rahmen von sogenannten Aufnahmeritualen eingestellt worden.

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