Im Bodensee bei Ermatingen sind viele bunte Fahnen und Boote von oben zu sehen. Dort laufen archäologische Arbeiten. (Foto: Pressestelle, Amt für Archäologie Thurgau)

Taucharchäologen bohren im See

5.000 Jahre alte Pfahlbausiedlung bei Ermatingen nachgewiesen

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Vor Ermatingen im Bodensee haben Thurgauer Archäologen die Existenz einer mittelgroßen Pfahlbausiedlung nachgewiesen. Sie ist vermutlich rund 5.000 Jahre alt.

Dass es die Siedlung gibt, ist schon seit dem 19. Jahrhundert bekannt. Bereits vor neun Jahren hatten Archäologen Teile von alten Holzpfählen freigelegt. Unklar war bisher allerdings, wie groß die Siedlung ursprünglich war. Seit Anfang Februar haben Archäologen deshalb rund 500 Sediment-Bohrungen durchgeführt und auf rund 3.000 Quadratmetern organische Schichten gefunden.

Eine Frau steht in Tauchausrüstung im Wasser und gibt einem Mann auf einem Boot einen archäologischen Fund mit einem langen Käscher. (Foto: Pressestelle, Amt für Archäologie des Kantons Thurgau)
Taucharchäologen im Einsatz im Bodensee bei Ermatingen (Kanton Thurgau). Pressestelle Amt für Archäologie des Kantons Thurgau

Restaurierung soll nächstes Jahr weitergehen

Dadurch habe man eine normalgroße Pfahlbausiedlung nachgewiesen, so die Archäologen. Noch bis Ende März gehen die Arbeiten in dem Pfahlbau-Feld. Kommendes Jahr sollen nun Teile des Seegrunds abgetragen werden, um herauszufinden, wie gut die alten Holzpfähle erhalten sind. 400 Meter weiter gibt es in Ermatingen bereits eine bekannte Pfahlbausiedlung. Sie wurde in den 1990er Jahren archäologisch untersucht und vor Erosion geschützt.

Eine Frau und ein Mann zeigen einen länglichen, stielartigen Bohrkern. (Foto: Pressestelle, Amt für Archäologie des Kantons Thurgau)
Archäologin Simone Benguerel und Grabungstechniker Thomas Keiser zeigen einen Sediment-Bohrkern aus dem Pfahlbauten-Feld in Ermatingen. Pressestelle Amt für Archäologie des Kantons Thurgau
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SWR