Niedrigwasser am Untersee (Foto: SWR, Hildegard Eichenhofer)

Häfen teils nicht anfahrbar

Niedrigwasser wirkt sich auf Tourismus am Bodensee aus

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Am Bodensee werden Forderungen laut, dass die Häfen für Niedrigwasser künftig besser vorbereitet werden müssen. Denn der aktuelle Pegelstand macht dem Tourismus teilweise zu schaffen.

3,05 Meter betrug der Wasserstand des Bodensees am Mittwoch in Konstanz - und steuert somit auf die historische Tiefmarke für einen Sommermonat mit 3,02 Metern vom 28. August 2003 zu. Dieser niedrige Pegelstand wirkt sich teilweise auf den Tourismus aus. Manche Häfen können nicht mehr angesteuert werden, wie etwa in Gaienhofen-Horn (Kreis Konstanz). Der Hotel- und Gaststättenverband Bodenseekreis und die Betreiberinnen und Betreiber privater Schifffahrtsgesellschaften fordern, die Häfen am Bodensee für künftige Niedrigwasser zu optimieren.

SWR-Reporter Alfred Knödler hat sich dort umgesehen, wo sich das Niedrigwasser am stärksten bemerkbar macht:

Häfen sind teils nicht anfahrbar

Manche Häfen können aufgrund des aktuellen Wasserstands nicht mehr angesteuert werden, wie etwa in Gaienhofen-Horn (Kreis Konstanz). Betroffen sind laut BSB auch die Landestellen Mannenbach am Schweizer Ufer des Untersees sowie Iznang auf der Höri (Kreis Konstanz). Hier sei der Wasserstand so niedrig, dass die Rampen für den Einstieg der Fahrgäste zu steil sind.

Eine weitere Einschränkung gibt es im Schiffsverkehr zwischen Radolfzell und der Insel Reichenau (beides Kreis Konstanz): Hier können zwar noch Fußgängerinnen und Fußgänger befördert werden, für Fahrräder oder Rollstühle sind die Rampen aber schon zu steil. Sollte der Wasserstand des Bodensees von aktuell 3,04 Meter unter die Dreimetermarke sinken, werden auch einige kleinere Häfen im Obersee nicht mehr von allen Schiffen angefahren werden können. Das kündigten die BSB an, zum Beispiel Langenargen, Immenstaad (beides Bodenseekreis) und Nonnenhorn (Kreis Lindau).

Forderung: Häfen künftig ausbaggern

Um zu verhindern, dass Häfen bei niedrigem Wasserstand in Zukunft nicht mehr angelaufen werden können, müssten diese ausgebaggert werden, fordert Horst Müller vom Hotel-und Gaststättenverband Bodenseekreis.

"Es laufen Verhandlungen mit dem Regierungspräsidium, dass man die Häfen etwas zugänglicher machen kann."

Schiffsunternehmer fordert zu Umdenken auf

Zudem werde der Winkel der Einstiegsrampen auf die Schiffe immer steiler, sagt Schiffsunternehmer Harald Lang von der Höri (Kreis Konstanz). Das sei aber keine so große Beeinträchtigung, dass sie Touristinnen und Touristen abschrecke. Lang fordert trotzdem zu einem Umdenken auf.

"Wir müssen lernen, damit umzugehen. Man muss sich Gedanken machen, wie man in Zukunft Tourismus am Bodensee gestaltet mit Niedrigwasser. Und keine Panik verbreiten."

Die Tourismusverbände weißen darauf hin, dass der Bodensee von den meisten Stränden aus nach wie vor gut erreichbar sei. Bis auf wenige Einschränkungen laufe der Betrieb am und auf dem Bodensee derzeit gut, sagt auch Gastronom Horst Müller.

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