Ein kleiner Hund in einer Notunterkunft für Geflüchtete aus der Ukraine. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa-Zentralbild/Klaus-Dietmar Gabbert)

Auf der Flucht mit Haustieren im Gepäck

Tierheime in der Region offen für Hunde und Katzen aus der Ukraine

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Tierheime und Tierpensionen in der Region Bodensee-Oberschwaben bereiten sich darauf vor, auch Tiere aus der Ukraine aufzunehmen. Denn viele Kriegsflüchtlinge haben ihre Haustiere dabei.

Zehn Plätze hält beispielsweise das Tier-Service-Zentrum in Bad Waldsee, ein Tierhotel, vorsorglich für Tiere aus der Ukraine frei. Die Nachfrage würde vermutlich bald steigen, meint der Leiter. Denn Mensch und Tier könnten nach der Flucht nur zusammenbleiben, wenn in den Unterkünften auch Hund und Katze willkommen seien. Sollte dies nicht der Fall sein, müssten Tierschutzvereine oder ähnliche Einrichtungen einspringen.

"Vom emotionalen Aspekt her wäre es für die geflüchteten Menschen und auch für die Tiere immer besser, zusammen zu bleiben."

Ähnlich sieht es das Tierheim Friedrichshafen. Im Idealfall sollten Menschen ihre Haustiere bei sich behalten können. Die Einrichtung sei aber bereit, Tiere nach der Flucht aufzunehmen. Doch die Kapazitäten seien begrenzt, die Plätze könnten schnell knapp werden. Das Tierheim Konstanz sucht auf seiner Homepage "engagierte Tierfreunde", die Tiere für eine Übergangszeit aufnehmen, so lange die Besitzer eine passende Unterkunft suchen.

Vermittlungsplattform für tierfreundliche Privatunterkünfte

Bei der Suche nach einer privaten Unterkunft, in der auch Haustiere willkommen sind, hilft der bundesweit aktive Verein TASSO e.V.. Er hat die Vermittlungsplattform TASSO.Help ins Leben gerufen. Dort können tierfreundliche Menschen ein Zimmer oder eine Wohnung anbieten und Flüchtlinge nach eine Bleibe für sich und ihr Haustier suchen. Bislang gibt es bundesweit mehr als 3.000 Angebote, darunter auch welche in der Region Bodensee-Oberschwaben.

Bodenseekreis sucht Privat-Unterkünfte

Bei der Vermittlung von Unterkünften bemüht sich auch das Landratsamt Bodenseekreis nach eigenen Angaben, Mensch und Tier nicht zu trennen. Darum würden für Geflüchtete mit Tieren private Unterkünfte gesucht. Die Bedürfnisse der Menschen und ihre sichere Unterbringung stünden aber im Vordergrund.

Tiere in einigen Gemeinschaftsunterkünften nicht erlaubt

Tiere dürfen nicht in die Gemeinschaftsunterkünfte des Bodenseekreis, weil dort laut Hausordnung Haustiere nicht erlaubt sind, teilte das Landratsamt auf Anfrage mit. Die Behörde führt als Gründe dafür unter anderem Hygiene und Sicherheit an, also zum Beispiel den Schutz vor Hundebissen in gemeinschaftlich genutzten Räumen.

Im Kreis Konstanz stellt sich die Lage teilweise anders dar: Bislang wohnen die Tiere von Geflüchteten mit in den Gemeinschaftsunterkünften in geschlossenen Räumlichkeiten, heißt es auf Anfrage. Die Tiere würden vom Veterinäramt untersucht. In den Notunterkünften werde dies aber nicht möglich sein. Bei der Belegung von Sporthallen müsse das Landratsamt noch schauen, ob die Tiere gegebenenfalls über Patenschaften in Pflegestellen vermittelt werden können.

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