Ein Stichling im Wasser (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / DAFV/Herbert Frei/dpa | DAFV/Herbert Frei)

Neue Erkenntnisse von Langenargener Forschern

Stichlinge am Bodensee fressen auch im Dunkeln Felcheneier

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Der eingewanderte Stichling bedroht die heimischen Blaufelchen im Bodensee stärker als bislang angenommen. Er kann wohl die Eier der Felchen riechen und große Mengen davon fressen.

Das haben Forscher der Fischereiforschungsstelle in Langenargen (Bodenseekreis) herausgefunden. Bislang ging man davon aus, dass Felcheneier nicht durch den Stichling, der sich seit 2013 im Bodensee ausbreitet, gefährdet sind. Denn Blaufelchen laichen am späten Abend bei oft vollständiger Dunkelheit. Bisher nahm man an, dass der Stichling mit Hilfe seiner Augen nach Nahrung sucht und die Eier also womöglich gar nicht sehen kann.

Bis zu 40 Eier fressen Stichlinge im Dunkeln

Fütterungsversuche der Langenargener Forscher haben gezeigt, dass die nur zehn Zentimeter kleinen Stichlinge in kürzester Zeit bis zu 40 Eier fressen können, auch wenn es stockdunkel ist. Die Experten vermuten, dass sie die Eier mit Hilfe ihres Geruchssinns finden.

Stichlinge könnten Felchenbestand gefährden

Die Forscher rechnen in ihrer Studie aus, wenn sich nur fünf Prozent der Stichlinge im Bodensee tatsächlich so verhalten, könnten sie 25 Prozent aller abgelegten Blaufelcheneier fressen. Aus anderen Gewässern, wie zum Beispiel der Ostsee, ist bekannt, dass Stichlinge so viele Eier anderer Fischarten fressen können, dass die Bestände einbrechen. Doch die Forscher in Langenargen haben beobachtet, dass aktuell der Stichlingsbestand am Bodensee aus unbekannten Gründen rückläufig sei.

Stichling mit Felcheneiern im Magen (Foto: Pressestelle, Fischereiforschungsstelle Baden-Württemberg)
Stichling mit Felcheneiern im Magen. Pressestelle Fischereiforschungsstelle Baden-Württemberg
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