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Der Flüchtlingsrat Baden-Württemberg erhebt schwere Vorwürfe gegen Behörden. Sie hätten einen schwer kranken Familienvater aus dem Kreis Biberach, der fast 29 Jahre in Deutschland gelebt habe, gemeinsam mit seiner Frau in den Kosovo abgeschoben. Jetzt sei der Mann dort gestorben.

Im Oktober seien der 62-jährige Sali Krasniqi und seine Frau, die im Kreis Biberach lebten, abgeholt worden, berichtet der Flüchtlingsrat. Die gesamte Familie lebe in Deutschland: Sechs Kinder, 17 Enkel und ein Urenkel. Der Familienvater sei dreimal am Herz operiert worden und auf regelmäßige medizinische Betreuung angewiesen. Den Behörden, der Ausländerbehörde Biberach und den Regierungspräsidien Tübingen und Karlsruhe, sei der Gesundheitszustand des Mannes bekannt gewesen. Im Kosovo habe sich sein Zustand massiv verschlechtert, in der Nacht vom 11. auf den 12. März sei Krasniqi gestorben.

Gedenkveranstaltung am Sonntag

Mit guter Gesundheitsversorgung hätte er überleben können, so der Vorwurf. Der Flüchtlingsrat spricht von einer unmenschlichen Abschiebepolitik. Die gesundheitlich ebenfalls angeschlagene Frau des Toten müsse nach Oberschwaben zurückgeholt werden, dort sei ihr Zuhause. Eine Klage gegen die Abschiebungen läuft derzeit noch beim Verwaltungsgericht. Es gibt auch eine Online-Petition, die nach der Abschiebung gestartet wurde. Darin forderten bislang rund 40.000 Unterzeichner die sofortige Rückholung des Ehepaares. Am kommenden Sonntag will der Flüchtlingsrat vor dem Landratsamt in Biberach mit einer Gedenkveranstaltung an Sali Krasniqi erinnern.

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