Ein Kind in einer Flüchtlingsunterkunft. (Foto: dpa Bildfunk,  picture alliance/Ulf Mauder (Symbolbild))

Schwierige Suche nach Unterkünften

Singen will keine weiteren Flüchtlinge aufnehmen

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Die Zahl der Flüchtlinge steigt wieder. Der Landkreis Ravensburg sucht deshalb nach Unterkünften. Die Stadt Singen (Kreis Konstanz) hat angekündigt, keine weiteren Flüchtlinge aufnehmen zu wollen.

Im Landkreis Konstanz steigen die Flüchtlingszahlen. Geplant waren 30 Neuzugänge pro Monat, laut dem Konstanzer Landratsamt kamen im Oktober aber 70 geflüchtete Menschen in den Landkreis, im November sind es voraussichtlich 77. Daher müsse man die Kapazitäten bei den Gemeinschaftsunterkünften hochfahren, der Platze reiche für die Menschen nicht mehr aus. Die Stadt Singen will aber keine weiteren geflüchteten Menschen aufnehmen. Das teilte die Stadtspitze am Freitag mit. Es seien jetzt andere Kommunen dran.

Keine neuen Unterkünfte in Singen

Die Stadt habe die Kapazitätsgrenze bei der Unterbringung von Flüchtlingen erreicht, so Singens Oberbürgermeister Bernd Häusler (CDU) und Sozialbürgermeisterin Ute Seifried in einer Nachricht an das Landratsamt. Bei einer erneuten Zuteilung von geflüchteten Familien befürchte man Probleme, unter anderem bei der Kita-Betreuung von Kindern. Daher werde man keine weiteren Unterkünfte oder Grundstücke für mobile Hallen zur Verfügung stellen.

Mehr Flüchtlinge untergebracht als vorgesehen

Singen habe bereits in der Vergangenheit 345 Menschen mehr untergebracht als im Verteilerschlüssel des Landkreises vorgesehen, so die Stadt. Eine Sprecherin des Konstanzer Landkreises sagte dem SWR, trotz der hohen Anzahl an Geflüchteten in der Stadt Singen sei der Landkreis gezwungen, eine Unterkunft in Singen zu reaktivieren und wieder als Gemeinschaftsunterkunft aktiv zu nutzen. Diese wurde laut Landratsamt seit Dezember 2020 nicht mehr belegt und seither als Reservekapazität vorgehalten. Ab Dezember 2021 müsse sie nun wieder in Betrieb genommen werden. Damit würden rund 100 weitere Plätze zur vorläufigen Unterbringung zur Verfügung stehen.

Steigende Flüchtlingszahlen auch im Kreis Ravensburg

Auch der Landkreis Ravensburg sucht derzeit gemeinsam mit den Kommunen wieder nach Unterkünften für die zunehmende Zahl geflüchteter Menschen. In den vergangenen drei Jahren sind laut Landkreis jeden Monat bis zu 25 Flüchtlinge in den Kreis Ravensburg gekommen. Seit August steigen die Zahlen, im November hat der Kreis 77 geflüchtete Menschen zugewiesen bekommen.

Unterbringung in Sporthallen möglich

Im Dezember könnten es noch mehr Flüchtlinge sein, so Diana Rädler, im Ravensburger Landratsamt zuständig für Migration. Viele Unterkünfte seien zwischenzeitlich wohl aus Kostengründen und wegen sinkender Flüchtlingszahlen abgebaut worden. Rädler schloss nicht aus, dass in Kürze wieder Container aufgestellt und Sport- und Gemeindehallen belegt werden müssen. Das sei aber das letzte Mittel.

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