Wie Zugvögel Ozeane überqueren (Foto: Pressestelle, Wouter Vansteelant)

Studie der Universität Konstanz und des Max-Planck-Instituts

Zugvögel sind clevere Energiesparer

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Wissenschaftler der Universität Konstanz und des Max-Planck-Instituts in Radolfzell haben herausgefunden, dass Zugvögel für lange Meeresüberquerungen ganz bestimmte Routen auswählen.

Mit Hilfe von modernster GPS-Technologie hat das Forscher-Team unterschiedliche Zugvögel bei ihrem Weg über das offene Meer in den Süden beobachtet. Es stellte sich heraus, dass die Vögel Rückenwind- und Aufwindbedingungen optimal nutzen, um Energie zu sparen. Dafür passen sie sogar ihre Flugrouten entsprechend an, um optimale atmosphärische Bedingungen anzutreffen. So schaffen es Vögel, die nur an Land leben, hunderte Kilometer ohne Pause über das Meer zu fliegen.

"Bis vor kurzem wurde angenommen, dass Aufwinde selten bis gar nicht über Wasser vorkommen. Wir zeigen jedoch, dass dies nicht der Fall ist."

Vogel segelt in luftigen Höhen

Der Schopfwespenbussard zum Beispiel fliegt während des Herbstzuges über 700 Kilometer über das Ostchinesische Meer von Japan bis nach Südostasien. Diesen rund 18 Stunden dauernden Überflug unternehmen die Vögel nur unter optimalen Wind- und Wetterbedingungen. Durch die Aufwinde, die der Vogel nutzt, kann er in Höhen von bis zu 1.000 Metern über der Meeresoberfläche segeln.

Wie Zugvögel Ozeane überqueren (Foto: Pressestelle, Elham Nourani)
Landlebende Vögel können hunderte von Kilometer über offenes Meer fliegen. Die Studie zeigt anhand der Herbstzüge, dass die Wahl der Zugrouten mit Orten mit besonders unterstützenden Windbedingungen zusammenfällt. Durch geeignete Aufwinde werden die energetischen Kosten und damit die Risiken eines Überfluges minimiert. Pressestelle Elham Nourani

Größte Datensammlung bisher

Die Studie mit 65 Vögeln fünf verschiedener Arten ist laut den Forschern die bisher größte Datensammlung von Meeresüberflügen landlebender Vögel. Ein internationales Forscherteam sammelte hierzu über neun Jahre hinweg Daten aus 112 Langstrecken-Überflügen über das offene Meer und verband diese mit globalen Atmosphärendaten.

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SWR