Sportvereine demonstrieren gegen Kürzungen (Foto: SWR, Friederike Fiehler)

Sorge um Breitensport

Sportvereine in Konstanz demonstrieren gegen Kürzungen

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Konstanzer Sportvereine sind am Mittwochnachmittag zu einer Demonstration zusammengekommen. Grund ist, dass die Stadt Förderungen für die Sportvereine streichen will.

Eine geplante Streichung von Förderungen hat am Mittwoch Konstanzer Sportvereine auf die Straße gebracht. Rund 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben über den Nachmittag verteilt, parallel zu einer Sitzung des Sportausschusses, gegen die Kürzungen demonstriert. Der Grund für die geplanten Einsparungen des Budgets bei Sportvereinen sind Sparmaßnahmen der Stadt.

Keine Mehrheit im Sportausschuss

In der Sitzung des Sportausschusses fanden die von der Verwaltung angedachten Einsparungvorschläge größtenteils keine Mehrheit. Diese sehen etwa vor, die Jugendförderung zu streichen und Zuschüsse für Hallenmieten zu kürzen. Eine Entscheidung über die Kürzungen fällt allerdings erst der Gemeinderat Mitte Dezember.

300.000 Euro an Fördergeldern könnten wegfallen

Durch die angedachten Einsparungen würden laut Stadtsportverband 300.000 Euro Fördergelder wegfallen. Laut einem Sprecher der HSG Konstanz müssten als Folge unter anderem die Mitgliederbeiträge drastisch erhöht werden.

Das sei sozial ungerecht, weil sich dann nur noch sehr gut situierte Familien die Mitgliedschaft in einem Sportverein leisten könnten. Der Stadtsportverband Konstanz geht noch einen Schritt weiter: Er rechnet damit, dass viele Sportvereine ohne die Förderungen in ihrer Existenz gefährdet seien. In Konstanz sind laut HSG 30.000 Menschen Mitglied in Sportvereinen.

Stadt verteidigt Einsparmaßnahmen

Die Stadt Konstanz betont die Notwendigkeit der Einsparmaßnahmen. Die Stadt habe ein strukturelles Defizit im Haushalt. Das bedeutet, sie gibt jedes Jahr 15 Millionen Euro mehr aus, als sie einnimmt. Das Regierungspräsidium hat die Stadt bereits ermahnt, dieses Minus zu verringern. Der Haushalt müsse reformiert werden, sagt Oberbürgermeister Uli Burchardt (CDU), das werde nicht einfach und jeder müsse dazu beitragen.

"Es darf keine Gewinner und Verlierer geben, sondern Jede und Jeder in unserer Stadt muss einen Teil beitragen – die starken Schultern mehr als die schwächeren."

Das Ziel der Stadt ist es, einerseits sechs Millionen Euro zu sparen, andererseits neun Millionen Euro mehr einzunehmen. Denn neben dem jährlichen Defizit gibt es für die kommenden Jahre Pläne, deren Umsetzung viel Geld kosten: Der Bahnhofsplatz wird ausgebaut, das Theater saniert, Turnhallen sollen gebaut, Schulen saniert werden.

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