Angeklagter mit verpixeltem Gesicht im Gerichtssaal im Landgericht Konstanz (Foto: SWR, Friederike Fiehler)

Prozessauftakt am Landgericht Konstanz

Angeklagter äußert sich nicht zur Tat auf der Reichenau

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Am Landgericht Konstanz hat am Mittwoch ein Prozess begonnen gegen einen Mann, der Mitte Juli vergangenen Jahres auf der Insel Reichenau (Kreis Konstanz) seine Ex-Freundin erstochen haben soll.

Der Angeklagte machte zum Prozessauftakt keine Angaben zur Tat. Er ließ sich jedoch ausführlich zu seiner Person befragen. Eine Dolmetscherin übersetzte. Der Angeklagte kommt aus Rumänien. Er ist geschieden und hat drei Kinder aus der Ehe, zwei erwachsene Söhne und eine 12-jährige Tochter. Seit 2018 arbeitete er als Saisonarbeiter auf der Insel Reichenau. Er hat nach eigenen Angaben weder ein Alkohol- noch ein Drogenproblem.

In Heimatland wegen Totschlags verurteilt

In seinem Heimatland war er 2015 von einem Gericht schon einmal wegen Totschlags verurteilt worden, weil er einen Mann mit einem Messer erstochen hatte. Aus Notwehr, so der Angeklagte am Mittwoch vor Gericht. Er saß rund drei Jahre seiner sechsjährigen Haftstrafe im Gefängnis, bevor er entlassen wurde. Anschließend wanderte er nach Deutschland aus.

Auf der Reichenau soll er seine Ex-Freundin ebenfalls nach einem Streit mit mehreren Messerstichen getötet haben. Anschließend flüchtete er mit der Leiche im Auto. Er filmte die Flucht mit seinem Handy und auch wie er sich selbst mit dem Messer eine gefährliche Halsverletzung zufügte. Das Video stellte er ins Internet.

Staatsanwaltschaft fordert Sicherungsverwahrung für Angeklagten

Die Staatsanwaltschaft Konstanz wirft dem 46-Jährigen Totschlag vor und fordert, dass er in Sicherungsverwahrung kommt. Im Prozess sollen unter anderem noch die Schwester und der 16-jährige Sohn des Opfers aussagen. Auch der Sohn des Angeklagten soll noch vernommen werden. Ein Urteil wird Ende des Monats erwartet.

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