Zelte vor Konstanzer Münster (Foto: SWR, Esther Leuffen)

Aktivistinnen und Aktivisten errichten Dauercamp

"Fridays for Future"-Klimaprotest vor dem Konstanzer Münster

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In Konstanz haben die Umweltaktivisten von "Fridays for Future" ein Dauercamp mitten in der Altstadt beim Münster errichtet. Dort wollen sie rund um die Uhr für das Klima campen.

Das Dauercamp besteht aus einem Infostand, einem offenen Küchenzelt, einem Igluzelt aus einem Fallschirm als Aufenthaltsraum, einem Bürozelt und mehreren kleinen Zelten zum Schlafen. Wegen der Corona-Auflagen braucht jeder Haushalt ein eigenes Zelt. Für das Klimacamp gebe es eine Genehmigung von der Stadt, sagt Aktivist Jarit Schiffer. Es handele sich um eine Dauerversammlung.

Für Toilette und Wasser hat der unmittelbare Nachbar, Dekan Matthias Trennert-Helwig, Leiter der katholischen Seelsorgeeinheit Konstanz-Altstadt gesorgt. Der Dekan begrüßt das Klimacamp in unmittelbarer Nachbarschaft - direkt vor seinem Fenster.

Zwei Klimaaktivisten mit Transparent auf dem Platz vor dem Konstanzer Münster (Foto: SWR, Esther Leuffen)
Auf dem Platz vor dem Konstanzer Münster demonstrieren Aktivisten für Maßnahmen gegen den Klimawandel. Esther Leuffen

Forderungen um Erderwärmung abzubremsen

Die Aktivistinnen und Aktivisten von "Fridays for Future" stellen einige Forderungen, um zu verhindern, dass die Erde sich mehr als 1,5 Grad erwärmt. So fordern sie unter anderem eine Verzwölffachung der Jahresgebühr für Anwohnerparkausweise, aus Autospuren sollen Fahrradstraßen werden, keine weiteren Parkhäuser und Gaspipelines und eine "Wärmewende" mit Heizungswechsel und Gebäudesanierungen.

Seit zwei Jahren hat die Stadt Konstanz den Klimanotstand ausgerufen, aber den Aktivistinnen und Aktivisten ist seitdem nicht genug passiert. Der Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt (CDU) bezieht zu den Forderungen Stellung. Er glaube nicht, dass die Parkhäuser oder die Mobilität in der Innenstadt eine große Rolle spielen. Das sei eher eine Frage der Stadtentwicklung und nicht des globalen Klimaschutzes:

"Wenn wir Klimaschutz denken, müssen wir größer denken. Wir müssen über die Energieversorgung sprechen, wir müssen über die Stromgewinnung sprechen."

OB Burchardt geht es beim Klimaschutz zu langsam voran

Da hätten "Fridays for Future" recht, dass man immer noch zu langsam sei. Da brauche es viel Hilfe von Land und Bund, so Burchardt.

Mit dieser Aussage werden sich die Umweltaktivisten wohl nicht zufriedengeben und wohl noch längere Zeit in Konstanz neben dem Münster campen. Zur Not wollen sie bis 2035 neben dem Münster in Zelten übernachten und so konkrete Maßnahmen zum Klimaschutz einfordern. ​

Klimatransparent vor Konstanzer Münster (Foto: SWR, Esther Leuffen)
In Sichtweite des Konstanzer Münsters wird auf Transparenten zum Handeln aufgerufen. Esther Leuffen

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