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Der Kandidat für die Konstanzer Oberbürgermeisterwahl, Luigi Pantisano, hat am Wochenende eine Morddrohung erhalten. Es sei nicht das erste Mal und auch andere Kommunalpolitiker waren bereits betroffen.

Der Kommunalpolitiker habe das Schreiben im Briefkasten seiner Konstanzer Büros gefunden, teilt die Linke Liste Konstanz mit. Die Drohung habe sich auch gegen die italienischen Eltern des Konstanzer OB-Kandidaten Luigi Pantisano gerichtet. Es sei nicht das erste Mal, dass anonyme Täter versuchen, den Kommunalpolitiker einzuschüchtern, heißt es in der Mitteilung.

Morddrohung in Konstanz aus rechtsextremer Szene?

Der Verfasser des Drohbriefes ist unbekannt. Da könne man nur spekulieren, so Luigi Pantisano gegenüber dem SWR. Es gebe im Bodenseekreis eine vergleichsweise aktive rechtsextreme Szene, die auch gegen Menschen, die politisch aktiv sind, vorgehe, so Pantisano.

"Mir ist wichtig, dass die Öffentlichkeit weiß, dass diese Situation für Kommunalpolitiker und -politikerinnen besteht, die sich engagieren gegen Rechtsextremismus und Rassismus."

Luigi Pantisano, Kandidat für OB-Wahl in Konstanz

Der 41-Jährige lebt mit seiner Familie in Stuttgart. 2016 wurde er in den Stuttgarter Gemeinderat als Stadtrat für die Wählervereinigung Stuttgart ökologisch sozial (SÖS) gewählt. Ende September tritt der Kommunalpolitiker und Architekt als unabhängiger Kandidat bei der Oberbürgermeisterwahl in Konstanz an. Die Linke Liste Konstanz und die Partei Die Linke unterstützen seine Kandidatur.

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Anzeige wegen Drohbrief erstattet

Wegen der Morddrohung erstattete Luigi Pantisano Anzeige. Die Kriminalpolizei ermittelt. Es ist nicht die erste Drohung gegen Politiker in Konstanz. Auch die örtliche Landtagsabgeordnete Nese Erikli (Grüne) erhielt in der Vergangenheit bereits Drohbriefe und Hassbotschaften.

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