Ein Arm eines Ernteroboters pflückt eine Erdbeere vom Strauch (Foto: Pressestelle, Organifarms)

Roboter sollen automatisiert Pflanzen pflegen und ernten

Bundeslandwirtschaftsministerium fördert Konstanzer Start-up mit 800.000 Euro

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Ein Konstanzer Start-up, das sogenannte Farmroboter entwickelt, wird mit 800.000 Euro vom Bundeslandwirtschaftsministerium unterstützt. Die Farmroboter sollen etwa die Erdbeerernte erleichtern.

Wie das Ministerium mitteilte, werden Unternehmensgründer gefördert, die mit modernen Technologien in der Agrar-Branche Ressourcen schonen und das Berufsfeld attraktiver machen können.

Pflanzenanbau in Städten

Mit den Farmrobotern will das Konstanzer Start-up Organifarms arbeitsintensive Prozesse in der Landwirtschaft, wie Ernte oder die Pflege von Pflanzen, automatisieren. In Gewächshäusern etwa oder beim sogenannten vertikalen Anbau: Hier wird Obst und Gemüse in Gebäudekomplexen auf mehreren Ebenen übereinander angebaut, zum Beispiel in großen Städten. Das reduziert Transportkosten und damit Emissionen. Beim Anbau von Obst und Gemüse in Gebäuden lassen sich auch die Bewässerung und der Einsatz von Dünger und Pestiziden effektiver steuern.

Roboter sollen monotone Arbeitsabläufe erledigen

Das erste Produkt der Konstanzer Firma ist ein Ernteroboter für Erdbeeren, der auch die Qualitätskontrolle und das Verpacken der Früchte übernimmt. Mithilfe einer intelligenten Software soll der Roboter auch unter schwierigen Bedingungen gute Ergebnisse erzielen. Mit der Förderung als Darlehen könne man nun das Produkt auf den Markt bringen, sagte der Geschäftsführer Dominik Feiden dem SWR. Außerdem nehme der Roboter dem Menschen monotone Arbeitsabläufe ab.

Neben der Konstanzer Firma werden zunächst bundesweit drei weitere Start-up-Unternehmen unterstützt, unter anderem in Freiburg. Insgesamt übergab das Ministerium eine Fördersumme von 2,9 Millionen Euro.

"Die neue Bundesregierung ist angetreten, um die Landwirtschaft nachhaltiger zu machen: weniger Pestizide, weniger Dünger – und damit mehr Artenvielfalt. Die Ideen der Start-ups, denen wir einen finanziellen Anschub geben, zeigen, dass wir unser Ziel erreichen können und die Landwirtschaft dabei erfolg- und ertragreich arbeiten kann."

Ministerium kooperiert mit Landwirtschaftlicher Rentenbank

Die Förderung des Ministeriums werde in Kooperation mit der Landwirtschaftlichen Rentenbank in der Frühfinanzierungsphase eines Unternehmens als sogenanntes Nachrangdarlehen gewährt, heißt es in der Mitteilung. Das bedeutet im Insolvenzfall wird der Kredit aus Berlin nachrangig behandelt. Banken lassen sich laut Ministerium solche risikoreichen Kredite in der Regel mit hohen Zinsen vergüten.

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