Erstaufnahme Sigmaringen (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Felix Kästle)

Mehrere Verletzte

Konflikt in der LEA Sigmaringen: Sicherheitskräfte und Geflüchtete geraten aneinander

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In der Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Sigmaringen hat es in der Nacht auf Donnerstag eine Auseinandersetzung zwischen dem Sicherheitspersonal und Geflüchteten gegeben.

Zunächst hätten zwei Geflüchtete mehrere Mitarbeiter des Sicherheitspersonals angegriffen, teilte ein Sprecher der Polizei in Ravensburg mit. Die Mitarbeiter des Sicherheitspersonals wurden teils verletzt. Darüber, wie schwer die Verletzungen sind, macht die Polizei bisher keine Angaben. Die beiden Tatverdächtigen wurden vorübergehend festgenommen. Sie müssen sich wegen gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung verantworten.

Situation spitzt sich weiter zu

30 bis 40 weitere Geflüchtete hätten sich im Anschluss solidarisiert und Mitarbeiter und hinzu gerufene Polizisten bedrängt. Die Stimmung sei aufgeheizt gewesen, hieß es von der Polizei. Ein Mann habe sich aus dieser Menge gelöst und die Beamten provoziert. Ohne Vorwarnung habe er sich mit einer Rasierklinge einen tiefen Schnitt in der Armbeuge zugefügt. Der Mann blutete stark. Er wurde im Krankenhaus notoperiert. Inzwischen sei sein Gesundheitszustand wieder stabil, so ein Polizeisprecher.

Auslöser des Konflikts ist unklar

Wie es zu dem Konflikt kam, ist laut Polizei unklar. In einem Bericht am frühen Donnerstagmorgen hatte die Polizei mitgeteilt, dass an der Pforte beschlagnahmtes Diebesgut Auslöser der Auseinandersetzung sein könnte. Inzwischen sei allerdings klar, dass die beiden Tatverdächtigen, die das Sicherheitspersonal angegriffen haben sollen, nichts mit diesem Diebesgut zu tun haben. Anders sehe das bei dem Mann aus, der sich mit der Rasierklinge verletzt hat.

Die Polizei war mit knapp 20 Beamten im Einsatz, nach zwei Stunden hatte sich die Lage beruhigt. Die Ermittlungen zu dem Vorfall dauern an.

Sicherheitskräfte im vergangenen Sommer suspendiert

Im vergangenen Sommer hatte es bereits einen anderen Konflikt zwischen Sicherheitskräften und einem Geflüchteten gegeben. Das Regierungspräsidium Tübingen zog daraufhin Konsequenzen und suspendierte Sicherheitskräfte.

Bei Handgreiflichkeiten Ende August des vergangenen Jahres erlitt ein 25-jähriger Geflüchteter Prellungen und Schürfwunden, hieß es vom Regierungspräsidium. Fünf Sicherheitsleute sollen auf den am Boden liegenden Mann eingetreten haben. Vorangegangen waren Ruhestörungen, an denen der offenbar betrunkene Mann beteiligt war. Um das Geschehen genauer zu untersuchen, wurde damals die Polizei dazugerufen. Nach diesem Vorfall sind laut Regierungspräsident Klaus Tappeser weitere Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden.

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