STAND

Die Klinikverbünde in der Region Bodensee-Oberschwaben sehen sich auf die zu erwartende steigende Zahl von Corona-Patienten gut vorbereitet. Das ergab eine SWR-Anfrage. Dennoch steigt die Anspannung.

Am Hauptstandort des "Medizin Campus Bodensee" in Friedrichshafen stehen 35 Intensivbetten und 39 Beatmungsplätze für Corona-Patienten zur Verfügung. Am Standort Tettnang gibt es vier Beatmungsplätze, so eine Sprecherin des MCB. Mehrere Normalstationen in beiden Häusern wurden freigeräumt. Da das zum Klinikverbund gehörende Krankenhaus "14 Nothelfer" in Weingarten vor ein paar Tagen komplett geräumt wurde, habe man für die kommende Zeit genügend Personal.

OSK-Verbund sieht sich ebenfalls gut vorbereitet

Auch die Krankenhäuser des "Oberschwabenklinikverbunds" im Kreis Ravensburg sind nach eigenen Angaben gut vorbereitet. Das Krankenhaus "St.Elisabeth" in Ravensburg und das Wangener Krankenhaus hätten insgesamt 53 Beatmungsplätze, dazu 60 Intensivbetten. In beiden Häusern wurden mehrere Stationen freigeräumt, um Platz zu schaffen für Corona-Infizierte. Noch komme man mit dem Personal aus, so ein OSK-Sprecher auf SWR-Anfrage. Doch wenn sich die Situation verschärfe, brauche man dringend personelle Unterstützung.

Stationen umfunktioniert

Die "Sana-Kliniken" im Kreis Biberach teilen mit, im Klinikum in Biberach seien ganze Stationen umfunktioniert worden. Derzeit könnten bis zu 100 Corona-Patienten in Isolierzimmern versorgt werden, so eine Sprecherin auf SWR-Anfrage. Die Kapazität an Beatmungsplätzen wurde in den vergangenen Tagen nochmals erhöht, insgesamt stehen jetzt 21 Plätze zur Verfügung. Um mögliche Ausfällen bei den Mitarbeitern durch Krankheit oder infolge extrem steigender Belastung kompensieren zu können, sucht das Klinikum laufend weiter Ärzte, Pflegekräfte und medizinisches Personal.

Klinkchefs in Singen und Konstanz angespannt

Auch die Kliniken im "Gesundheitsverbund Landkreis Konstanz" sehen sich auf SWR-Anfrage für die zu erwartende steigende Zahl von Corona-Patienten gut gerüstet. Bei den Klinikchefs in Singen und Konstanz steigt eigenen Angaben zufolge allerdings die Anspannung. Seit Wochen bereiten sich ihre Häuser in Konstanz und Singen vor. Normalstationen wurden freigeräumt, Ressourcen gebündelt, zusätzliche Beatmungsplätze geschaffen. Insgesamt stehen in den Kliniken Konstanz und Singen derzeit 50 Beatmungsplätze für Corona-Patienten zur Verfügung. Sollte sich die Situation extrem verschärfen, könnten wir noch weitere 30 Plätze einrichten, so der Chef des Klinikums Konstanz.

Noch keine Personalnot

Bei den Notaufnahmen wurden Zelte errichtet, wo im Falle eines Ansturms ankommende Patienten gezielt weiterversorgenden Bereichen im Klinikum zugewiesen werden können. Auf einen Aufruf, mit dem Pflegekräfte und Ärzte gesucht wurden, hätten sich viele gemeldet. Noch komme man allerdings mit dem vorhandenen Personal aus.

Bettenanzahl auf Corona-Station soll verdoppelt werden

Die Ressourcen der "SRH-Kliniken" wurden im Krankenhaus in Sigmaringen gebündelt. 14 Intensivbetten für Corona-Patienten gibt es aktuell am "SRH"-Klinikstandort in Sigmaringen, zehn davon sind mit Beatmungsplätzen ausgestattet. Dazu kommen weitere vier Intensivüberwachungsplätze. Man prüfe aber Erweiterungsmöglichkeiten, heißt es seitens der Klinik. An diesem Wochenende noch sollen die 42 Betten auf der Corona-Station fast verdoppelt werden.


STAND
AUTOR/IN