Klimaaktivisten protestieren gegen den Klimaverbrauch der Hochschule Weingarten (Foto: SWR, Bernhard Hentschel)

Protestaktion gegen Energieverbrauch

Klimaschützer kritisieren Hochschule Ravensburg-Weingarten

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An der Hochschule Ravensburg-Weingarten protestieren Klimaaktivisten seit Dienstag gegen den ihrer Meinung nach zu hohen Energieverbrauch auf dem Campus. Ihr Versuch, ein Baumhaus als Protestcamp zu errichten, wurde von der Polizei verhindert.

Das Baumhaus wollten die jungen Klimaschützer gemeinsam mit Wolfgang Ertel bauen, dem Gründer des Instituts für Künstliche Intelligenz der Hochschule. Er kritisiert seit Jahren den hohen Energieverbrauch der Hochschule: Von jährlich rund 400.000 Euro Energiekosten könnte etwa ein Viertel eingespart werden, außerdem könnten hunderte Tonnen CO2-Ausstoß vermieden werden - durch eine intelligente Steuerung der Hörsaal-Heizungen. Alle Bemühungen, eine solche zu installieren, seien bislang aber gescheitert, so Ertel.

Anzeige wegen Verstoßes gegen Ausgangssperre

Weil die Polizei den nächtlichen Bau des Baumhauses verhinderte, hissten die Klimaaktivisten stattdessen ein Banner mit ihren Forderungen zu einem sparsameren Energieverbrauch auf dem Campus. Die Aktivisten erwarte eine Anzeige wegen des Verstoßes gegen die nächtliche Corona-Ausgangssperre, so die Polizei. Ob weitere Verstöße vorliegen, werde geprüft.

Hochschulrektor weist Vorwürfe zurück

Die Hochschule Ravensburg-Weingarten hat die Vorwürfe zurückgewiesen, sie verschwende seit Jahren Energie beim Heizen ihrer Hörsäle und tue zu wenig für den Klimaschutz. Der Kanzler der Hochschule, Henning Rudewig, sagt dem SWR, die Heizung werde im Winter nur abgesenkt, wenn es energetisch sinnvoll sei. Klimaschutz sei der Hochschule wichtig. Man habe Photovoltaikanlagen und derzeit werde zum Beispiel für zwölf Millionen Euro ein Werkstattgebäude auch energetisch saniert.

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