Der emirierte Papst Benedikt MVI. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/dpa-Pool | Sven Hoppe)

Nach neuem Gutachten über Missbrauch

Katholikinnen kritisieren Ex-Papst Benedikt XVI.

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Auch im Bodenseekreis sind Frauen der Bewegung “Maria 2.0” erschüttert über das neue Münchner Gutachten zum Missbrauch in der katholischen Kirche. Sie kritisieren vor allem Benedikt.

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. solle auf seinen Titel und seine Insignien verzichten, sagte Gabi Illg, die stellvertretende Vorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbundes im Diözesanverband Rottenburg-Stuttgart und Initiatorin der "Maria 2.0"-Bewegung im Dekanat Friedrichshafen.

"Das wäre die richtige Konsequenz und angebracht nach dem, was jetzt auf den Tisch gekommen ist, weil er unwahr gesprochen hat."

Die Frauen der Bewegung "Maria 2.0" aus Meckenbeuren seien entsetzt über die neuen Missbrauchsvorwürfe, aber sie wunderten sich nicht, so Illg gegenüber dem SWR, denn die Strukturen in der katholischen Kirche seien immer noch starr. Es ändere sich nichts. Verwunderlich sei, dass die Diözese München noch nicht weiter sei in der Aufarbeitung möglicher Missbräuche.

"Was früher alles zugedeckt wurde, ist nicht zu entschuldigen. Das wiegt schwerer als die Lüge Benedikts."

Benedikt hat inzwischen eine Falschaussage im Rahmen des Missbrauchsgutachtens eingeräumt. Er hatte zuvor bestritten, in seiner Zeit als Münchner Erzbischof bei einer Sitzung über einen pädophilen Priester dabei gewesen zu sein. 

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