Die Firmenzentrale der Technischen Werke Schussental (TWS) in Ravensburg (Foto: Pressestelle, Technische Werke Schussental GmbH & Co. KG)

Jahresbilanz des Energieversorgers aus Ravensburg

Technische Werke Schussental erzielen Umsatz-Rekord

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Die Technischen Werke Schussental (TWS) haben im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz-Rekord von über 173 Millionen Euro verzeichnet. Gleichzeitig sank der Überschuss stark.

Der Umsatz stieg laut TWS um mehr als 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig sank der Überschuss auf rund 830.000 Euro. Im Jahr zuvor waren es noch über 4,3 Millionen Euro.

Hauptursachen für die Entwicklung seien höhere Gasverbräuche aufgrund einer wetterbedingten, sehr langen Heizperiode im vergangenen Jahr gewesen, aber vor allem die dramatischen Preisentwicklungen an den Beschaffungsmärkten für Gas und Strom seit dem Sommer 2021, erläuterte TWS-Geschäftsführer Andreas Thiel-Böhm.

Geschäftsführer kündigt Anpassung der Gas-Preise an

Diese Preisspirale am Großmarkt spiegele sich nur stark verzögert in Verbraucherpreisen wider. Das habe zu deutlichen Einbußen beim Gewinn geführt. Für Juli kündigte Thiel-Böhm eine weitere Anpassung bei den Gas-Preisen an. Angesichts des Ukraine-Krieges versicherte Thiel-Böhm, man habe aktuell ausreichend Gas für dieses Jahr gesichert. Nun sei die Frage: Komme ein Gasembargo oder nicht?

Der TWS-Geschäftsführer betonte die Bedeutung des Klimaschutzes im Unternehmen, dazu gehöre auch die Versorgung mit Wärme. Als ein Leuchtturmprojekt nannte Thiel-Böhm den Bau eines neuen Fernwärmenetzes in der historischen Altstadt Ravensburgs. Der Anschluss an das Netz ermögliche den Gebäudeeigentümern die Abkehr von alten Heizungsanlagen, die mit Öl, Gas oder gar Kohle befeuert werden. Denn die Möglichkeiten, in einer denkmalgeschützten Altstadt mit anderen Mitteln wie Photovoltaikanlagen oder Vollwärmeschutz einen klimaneutralen Gebäudestand herzustellen, seien begrenzt und ohne Fernwärmeanschluss nicht möglich.

Ukraine-Krieg führt zu Problemen für das Energiegeschäft

Eine Prognose für das laufende Geschäftsjahr gibt die TWS nicht, auch nicht für den Ausbau der Infrastruktur und der erneuerbaren Energien. Denn wegen des Ukraine-Krieges gebe es Lieferkettenprobleme und Material-Engpässe, etwa für den Bau von Solar- und Windkraftanlagen, außerdem fehlten Fachkräfte, um zum Beispiel Photovoltaikanlagen ans Stromnetz anzuschließen.

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