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Die Situation in den Krankenhäusern in der Region Bodensee-Oberschwaben ist angespannt. Die Intensivbetten sind in einigen Kliniken nahezu voll belegt. Am Klinikum Wangen befürchtet man, dass die schwierigste Phase noch kommt.

Covid-19-Patienten machen auf den Intensivstation den Großteil der Patienten aus, heißt es seitens der Oberschwabenklinik Ravensburg. Daneben werden aber auch andere medizinische Notfälle behandelt. Beispielsweise Patienten, die einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder einen schweren Unfall hatten oder nach einer Operation versorgt werden müssen. Man müsse intern flexibel reagieren, teilweise Betten umwidmen.

Corona-Lage im Westallgäu Klinikum Wangen sehr angespannt

Im Westallgäu Klinikum Wangen, das zur Oberschwabenklinik gehört, sei die Lage schlimmer als je zuvor in der Pandemie, sagte Stefan Locher, Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Intensiv-, Notfall- und Schmerzmedizin und Leiter des Schmerzzentrums im SWR-Interview. Vergangene Woche habe man elf Corona-Patienten auf der Intensivstation verzeichnet. Maximal 14 Betten stehen zur Verfügung.

"Wir haben die Sorge, dass die schwierigste Phase in der dritten Welle noch kommt. Wir sind weit entfernt davon, dass sich die Situation beruhigt."

Dr. Stefan Locher, Chefarzt am Klinikum Wangen

Im Notfall könne man die Intensivstation auf 21 Beatmungsplätze ausbauen, so Locher. Das bedeute aber, dass das Krankenhaus quasi still stehe. Denn dann müsse Personal aus anderen Bereichen abgezogen werden. Aktuell sei man in Wangen beim Personal recht gut aufgestellt. Aber es sei eine große Belastung, in voller Schutzausrüstung stundenlang die Patienten zu versorgen.

Britische Mutation: Patienten in Wangen sind schwerer erkrankt

Die Covid-19-Patienten auf der Intensivstation am Klinikum Wangen seien ausschließlich mit der britischen Mutation des Corona-Virus infiziert, so Stefan Locher. Diese sei deutlich infektiöser und betreffe jüngere Patienten. Der Altersdurchschnitt sei im Vergleich zur ersten Welle um 10 bis 20 Jahre gesunken. Die Patienten mit der britischen Mutation seien schwerer erkrankt. Teilweise müssten sie bis zu sechs Wochen beatmet werden.

Corona-Patienten wochenlang auf Intensivstation

Die lange Verweildauer der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen ist ein Problem auch für andere Kliniken in der Region. Da praktisch alle in einer ähnlichen Lage seien, gebe es kaum Verlegungsmöglichkeiten, so der Klinikdirektor von Singen.

In den Sana-Kliniken Biberach sind laut Intensivmelderegister aktuell zwei Betten frei, in den SRH-Kliniken in Sigmaringen vier.

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