Startendes Flugzeug am Bodensee Airport (Foto: Bodensee Airport/Achim Mende)

Nach Ende des Insolvenzverfahrens

Bodensee-Airport will wieder mehr Flüge anbieten

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Am Bodensee-Airport Friedrichshafen sollen nach Abschluss des Insolvenzverfahrens in Selbstverwaltung möglichst schnell wieder so viele Flieger abheben, wie vor der Corona-Pandemie.

Das gaben die Verantwortlichen am Mittwoch bekannt. Zuletzt waren die Flugverbindungen vom Bodensee-Airport stark eingeschränkt. Zum Teil flog nur eine Maschine in der Woche vom Friedrichshafen nach Frankfurt.

Nach dem Ende des Insolvenzverfahrens in Eigenregie wolle man versuchen, die innerdeutschen Verbindungen zügig wieder aufzunehmen, heißt es vom Flughafen. Vom Bodensee sollen wieder Düsseldorf, Hamburg und Berlin angeflogen werden. Auch die Verbindung nach Toulouse in Frankreich wolle man reaktivieren.

Stadt, Land und Kreis stehen hinter dem Flughafen

Möglich macht die geplante Wiederaufnahme der Flugverbindungen eine Entscheidung der EU-Kommission von vergangener Woche. Die Brüsseler Behörde hatte am Freitag grünes Licht für den Umstrukturierungsplan des Flughafens gegeben und damit einer Finanzspritze in Millionenhöhe zugestimmt. 17,5 Millionen Euro soll der Airport bis 2025 bekommen, vor allem von den Hauptgesellschaftern: der Stadt Friedrichshafen, dem Bodenseekreis und dem Land. Ende des Monats soll die Insolvenz in Selbstverwaltung abgeschlossen sein, dann können die Betreiber des Bodensee-Airports schuldenfrei in eine neue Ära starten. 2025 rechnen die Flughafenbetreiber erstmals mit einer operativen schwarzen Null.

"Wir rechnen damit, dass wir zum 31. März 2022 das Insolvenzverfahren verlassen können."

Der Landrat des Bodenseekreises, Lothar Wölfle (CDU), hofft auf einen erfolgreichen Neustart. "Der Weg aus dem Insolvenzverfahren ist das Ergebnis sehr intensiver Bemühungen, die die Gesellschafter aus voller Überzeugung mitgestaltet haben. Mit der Entscheidung der EU-Kommission kann ein formeller Knoten durchschlagen werden, was nun echte Entwicklungsspielräume für den Flughafen ermöglicht", so Wölfle. Der Flughafen sei wichtig für die gesamte Region, sagte er dem SWR:

Unterstützung ist an Bedingungen geknüpft

Die Genehmigung der Finanzierung erfolgte jedoch unter Auflagen, damit es keine Wettbewerbsverzerrung für den nahegelegenen Allgäu Airport in Memmingen gibt. Das bedeutet laut Flughafen-Geschäftsführer Claus-Dieter Wehr: Der Flughafen darf seine Kapazitäten vorerst nicht ausbauen, zum Beispiel durch eine weitere Landebahn. Bei den Flugrouten dürfe man dem Allgäu Airport während der Umstrukturierung ebenso keine zu große Konkurrenz machen.

Insolvenzverfahren in Eigenregie

Der Bodensee Airport war schon seit längerem in finanzieller Schieflage. Die Corona-Krise hatte diese Problematik deutlich verschärft: 2020 verzeichnete der Flughafen einen Verlust von rund drei Millionen Euro. Im Juni 2021 wurde wegen Überschuldung Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt.

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SWR