Kormoran Schwarm fliegt über den Bodensee (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Felix Kästle)

Berufsfischer sehen Bedrohung

Trotz Bekämpfung: Mehr Kormorane am Bodensee

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Die Zahl der Kormorane am Bodensee ist im vergangenen Jahr weiter gestiegen, trotz genehmigter Abschüsse. Aktionen, um die großen schwarzen Vögel zu vertreiben, hätten offenbar kaum Wirkung, so das Umweltministerium.

2018 gab es am baden-württembergischen Seeufer rund 420 Kormoran-Brutpaare. Vergangenes Jahr zählten die Ornithologen über 600, knapp 180 Brutpaare mehr. Das geht aus der Antwort des Umweltministeriums auf eine Anfrage des FDP-Landtagsabgeordneten aus dem Bodenseekreis, Klaus Hoher, hervor. Sogenannte Vergrämungsaktionen und genehmigte Abschüsse hätten offenbar keinen relevanten Einfluss auf die Bestandsentwicklungen des Kormorans, heißt es weiter.

Berufsfischer sehen Kormorane als Bedrohung

Vor allem Berufsfischer sehen in den geschützten Tieren eine Bedrohung, weil sie sich fast ausschließlich von Fisch ernähren. Die Internationale Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei (IBKF), das höchste Gremium für die Angelegenheiten der Fischerei am Bodensee-Obersee, fordert deshalb ein international abgestimmtes Kormoran-Mangement rund um den See.

Die genauen Auswirkungen von Kormoranen auf die Fischbestände im Bodensee und Ideen für die Regulierung des Kormoran-Bestandes werden derzeit in einer Vorstudie des Landes untersucht.

Langenargen

Stabile Fischfangmenge 2020 Bodenseefischer fordern Kormoran-Management

Die Bodenseefischerinnen und -fischer haben im vergangenen Jahr 295 Tonnen Fisch gefangen. Bei ihrer Jahrestagung am Dienstag in Langenargen (Bodenseekreis) zogen sie eine positive Bilanz für 2020. Probleme bereiten jedoch fremde Fischarten im Bodensee sowie Kormorane.  mehr...

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