STAND

Monika Spannenkrebs ist Leiterin des Kreisgesundheitsamtes in Biberach. Vor Kurzem hatte sie mit ihrem Team einen dramatischen Anstieg der Corona-Infektionszahlen zu bewältigen. Wie sehr die Pandemie sie alle fordert, erzählt sie im SWR-Gespräch.

Innerhalb von drei Tagen hatte es im Kreis Biberach 36 neue Corona-Infektionen gegeben: acht Schulklassen, zwei Blasmusikkapellen sowie Kinder und Erzieher eines Kindergartens und eines Waldkindergartens waren betroffen, 600 Menschen mussten in Quarantäne geschickt werden. Und alle Infektionsketten mussten nachverfolgt werden.

Biberach hat Infektionsausbruch wieder in den Griff bekommen

Mit den eingeleiteten Maßnahmen hat der Kreis Biberach den Infektionsausbruch damals wieder in den Griff bekommen. Wie es zu den Infektionen kam und welche Anstrengungen zur Eindämmung notwendig waren, erklärt Monika Spannenkrebs im Gespräch mit SWR-Moderator Patrick van Odijk.

Besonders schwierig sei, dass man nichts planen könne, so die Leiterin des Gesundheitsamtes. Täglich müsse man auf die neuen Infektionszahlen reagieren, seit Monaten seien sie und ihre Mitarbeiter am Limit. Personelle Hilfe komme aus dem Landratsamt, außerdem würden viele neue Mitarbeiter eingestellt. Besonders schwierig sei die Situation für die Ärzte, die viele Wochenenden durcharbeiteten. Durch guten Zusammenhalt im Team habe aber bisher alles funktioniert.

Stabiles Mitarbeiterteam im Dauereinsatz

Trotz der großen Belastung durch die Epidemie sieht die Medizinerin die Proteste der "Querdenker" gelassen. Sie glaubt, dass deren Kritik in den Hintergrund treten werde, je näher die Infektionen durch Corona kämen. Die theoretischen, epidemiologischen Berechnungen seien schließlich auch schwer zu verstehen.

Die Leiterin des Gesundheitsamtes wünscht sich, dass die Bevölkerung mithilft und ihre Kontakte reduziert. Nur dann könne man die ganzen Infektionsketten überhaupt noch nachverfolgen. Jeder einzelne kann dazu beitragen, die Pandemie in den Griff zu bekommen.

Warten auf Impfstoff


Von einer Herdenimmunisierung durch Infektion hält die Ärztin nicht viel, das könne schwerwiegende Folgen für Einzelne haben. Man müsse das Virus so lange eindämmen, bis eine Herdenimmunisierung durch Impfung möglich sei.

Andere Aufgaben treten in den Hintergrund

Auf die Zeit nach der Corona-Epidemie freut sich Monika Spannekrebs, damit sie und ihr Team endlich wieder aus dem Krisenmodus herauskommen und auch wieder Zeit für andere wichtige Themen haben, wie zum Beispiel Prävention.

Frühere Gäste der Serie "Im Gespräch"

Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung Im Gespräch: Corinna Mader aus Weingarten

Corinna Mader arbeitet bei der "Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung" (EUTB) in Weingarten. Dort werden Menschen mit Behinderung von Menschen mit Behinderung dabei unterstützt, die richtigen Hilfen zu bekommen.  mehr...

Forschen gegen Klimaerwärmung Im Gespräch: Maike Sippel von der HTWG Konstanz

Maike Sippel ist Professorin an der HTWG, der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung in Konstanz. Sie lehrt und forscht zum Thema Nachhaltigkeit. Wichtig ist ihr dabei die praktische Umsetzbarkeit.  mehr...

Filmemacher, Autor und Historiker Im Gespräch: Filmproduzent Leo Hiemer

Leo Hiemer ist Filmproduzent, Regisseur und Autor. Nun hat er auch eine Ausstellung gemacht. Darin geht es um Gabriele "Gabi" Schwarz. Das Mädchen aus dem Allgäu wurde als Fünfjährige in Auschwitz ermordet.  mehr...

STAND
AUTOR/IN