57-Jähriger aus Wangen kämpft sich zurück ins Leben

Im Gespräch: Markus Pfau hat Corona-Infektion überlebt

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Der 57-jährige Markus Pfau aus Wangen im Allgäu (Kreis Ravensburg) ist nach einem Skiurlaub im März an Covid-19 erkrankt. Er hat einen lebensbedrohlich schweren Krankheitsverlauf durchgemacht. Nach über einem halben Jahr liegt die akute Infektion zwar hinter ihm, gesund und arbeitsfähig ist er aber noch immer nicht.

Schwer trifft es vor allem die Alten und Schwachen, hieß es noch zu Beginn der Pandemie-Welle. Deshalb hat sich Markus Pfau zunächst noch keine großen Sorgen gemacht, als ein Corona-Test die Infektion anzeigte. Doch der Krankheitsverlauf wurde immer heftiger und verschlechterte sich innerhalb von zwei Wochen dramatisch.

Seine Frau hat ihn schließlich zur Notaufnahme ins OSK Westallgäu Klinikum Wangen gebracht. Sein Blut hatte da nur noch einen Sauerstoffgehalt von 80 Prozent, erzählt Markus Pfau. Bei gesunden Menschen sind es 95 bis 99 Prozent. Pfau wurde noch am selben Tag intubiert. Die Ärzte versetzten ihn zehn Tage ins künstliche Koma.

Fast zwei Wochen im künstlichen Koma

Erinnerungen hat Markus Pfau keine mehr an diese Zeit. Man erzählte ihm später, dass er vor allem dank seiner guten Konstitution und körperlichen Fitness überlebt habe. Sein Zustand sei zwischenzeitlich so fragil gewesen, dass die Ärzte fast die Hoffnung aufgegeben hätten. Seine Frau durfte nur zwei Mal zu Besuch ins Krankenhaus kommen - Markus Pfau erinnert sich im Gespräch nur an einen Besuch, so schlecht ging es ihm.

Nach dem Koma war Markus Pfau zunächst komplett auf Pflege angewiesen. Drei Monate dauerte es, bis er nach dem Klinikaufenthalt und der anschließenden Reha wieder nach Hause konnte. Gesund war und ist er noch lange nicht. An seiner Lunge werden dauerhafte Schäden zurückbleiben.

"Ich bin froh, dass ich am Leben bin und genieße jeden Tag umso mehr."

Es ist ihm wichtig, auf die Gefahren von Covid-19 aufmerksam zu machen. Bei einem Vortrag der Volkshochschule Wangen lud ihn sein behandelnder Arzt ein, von seinem Schicksal zu erzählen, um anderen bewusster zu machen, was das Virus anrichten kann. Wenn er die Menschen beobachtet, wie sie sich unbekümmert verhalten und Vorsichtsmaßnahmen ignorieren, hat er kein Verständnis: "Das nagt dann an mir."

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