Die Spritpreise sind so hoch wie lange nicht. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Monika Skolimowska)

Autofahrer in Oberschwaben tanken sparsamer

Hohe Spritpreise sorgen für Frust an der Zapfsäule

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Der Dieselpreis ist so hoch wie lange nicht, auch Benzin ist teuer. Die hohen Spritpreise sorgen für Frust bei Autofahrern und Tankstellenbetreibern - zum Beispiel in Wangen im Allgäu.

Das Tankverhalten der Kunden habe sich verändert, sagt Katharina Sohler. Sie arbeitet in der bft-Tankstelle an der Ortseinfahrt von Wangen (Kreis Ravensburg). Viele Kunden tankten wegen der hohen Preise ihr Auto nicht mehr voll. Und sie schimpften mehr auf die Tankstellenbetreiber als auf die vermeintlich Schuldigen.

"Das Gemecker kommt bei uns an."

Dabei könnten die Tankstellenbetreiber nichts für die Preise, sagt Sohler. So sorgt in Deutschland unter anderem der hohe Ölpreis dafür, dass der Diesel so teuer ist. Im bundesweiten Schnitt kostet Diesel derzeit 1,60 Euro pro Liter, das ist ein Anstieg um 1,6 Cent im Vergleich zur Vorwoche, erklärte der ADAC am Mittwoch.

Der Benzinpreis stieg im Vorwochenvergleich um 1,7 Cent auf durchschnittlich 1,67 Euro pro Liter. Ein Grund für den Preisanstieg am internationalen Ölmarkt ist laut ADAC die eskalierende Situation im Bürgerkriegsland Jemen. Teurer war Rohöl demnach zuletzt im Jahr 2014.

Schnäppchenjagd beim Tanken

An der Tankstelle in Wangen hat sich das Kundenverhalten wegen der hohen Kraftstoffpreise verändert. Eine Autofahrerin aus Argenbühl (Kreis Ravensburg) zum Beispiel sagt, volltanken komme für sie bei den aktuellen Preisen nicht in Frage. Sie selbst bezeichnet sich als "Benzin-Schnäppchenjägerin". Und tankt deshalb nur für 30 Euro - in der Hoffnung, in ein paar Tagen zu einem günstigeren Preis nachzutanken. SWR-Reporter Martin Hattenberger hat mit Autofahrern in Wangen gesprochen:

Umdenken bei Autofahrern

Angesichts der hohen Preise an den Tankstellen wollen viele Autobesitzer einer Umfrage zufolge öfter aufs Autofahren verzichten. Vier von zehn Befragten erklärten, sie wollten statt des Autos öfter Fahrrad, Bus oder Bahn nutzen, wie der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) am Mittwoch mitteilte. Sieben Prozent überlegen eigenen Angaben zufolge sogar, das Auto ganz abzuschaffen.

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