Eine Graphik zeigt, wie der Hemmstoff "Lockdown" gegen Tumorzellen wirkt. (Foto: Pressestelle, Universität Konstanz)

"Lockdown" soll Krebsbekämpfung verbessern

Konstanzer Forscher finden Hemmstoff gegen Tumorzellen

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Forscherinnen und Forscher der Universität Konstanz haben eine Entdeckung gemacht, die künftig bei der Bekämpfung von Krebs eine wichtige Rolle spielen könnte. Sie nannten sie "Lockdown".

Das Team um den Konstanzer Biologen Christof Hauck hat den Hemmstoff "Lockdown" genannt - weil er die Beweglichkeit von Tumorzellen unterbindet. Tumorzellen haben die Fähigkeit, Metastasen an entfernten Stellen im Körper zu bilden. "Lockdown" aber schaltet ein Enzym in den Tumorzellen aus - dadurch werden sie unbeweglich und dringen nicht mehr in gesundes Gewebe ein.

Bis zum Einsatz kann es Jahre dauern

In Zukunft könnte solch ein Hemmstoff wie ein Medikament eingesetzt werden, so Christof Hauck. Aber zwischen dem Experiment in der Zellkulturschale an der Uni Konstanz und dem Einsatz bei einer Erkrankung liege noch ein jahrelanger, teurer Weg der Forschung mit Versuchen an Tieren und Menschen. Die Ergebnisse wurden in der Online-Ausgabe des Fachmagazins "Cell Chemical Biology" veröffentlicht.

Die Grundlagenforscher hoffen, dass sich eine Firma das Prinzip zunutze macht, um damit ein Medikament zu entwickeln. Biologe Hauck verwies gegenüber dem SWR auf eine ähnliche Entdeckung Ende der 1990er-Jahre.

Auch RNA-Vakzin durch Grundlagenforschung entdeckt

Damals sei ein Wissenschaftler aus Tübingen auf das Prinzip der RNA-Vakzinierung gestoßen, seit wenigen Jahren gebe es entsprechende "Medikamente", also RNA-basierte Impfstoffe. Von der Entdeckung des Prinzips bis zum Medikament seien also in diesem Fall "nur" zwei Jahrzehnte vergangen.

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