Zu fährt an Bahnübergang vorbei. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleul)

Unachtsamkeit kann lebensgefährlich sein

Auffällig viele tödliche Unfälle an Bahnstrecke Weingarten-Friedrichshafen

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Seit Mitte Juni haben sich an der Strecke zwischen Weingarten und Friedrichshafen drei tödliche Unfälle auf Bahnübergängen ereignet. Mehr als in den Jahren zuvor.

Damit ist die Zahl der Todesopfer bei Bahnunfällen laut Ravensburger Polizeistatistik schon knapp nach der ersten Jahreshälfte so hoch wie lange nicht mehr. Auf Bahnübergängen in Meckenbeuren und bei Weingarten wurden Menschen von einem Zug erfasst und getötet. Zur jeweiligen Unfallursache macht die Polizei noch keine Angaben.

Unfälle überwiegend selbstverschuldet

Die Deutsche Bahn und das Polizeipräsidium Ravensburg kommen in ihren Analysen der Unfälle in der Vergangenheit zu dem Ergebnis, dass diese in der Regel selbstverschuldet sind. Das bedeutet, dass Haltezeichen oder gar Absperrungen missachtet oder übersehen wurden. Laut Deutscher Bahn sind 97 Prozent der Zwischenfälle auf Bahnübergängen auf Unaufmerksamkeit, Leichtsinn oder Unkenntnis zurückzuführen.

Bei den neun tödlichen Unfällen zwischen 2011 und 2021 geht die Polizei davon aus, dass in fast allen Fällen Haltezeichen oder Absperrungen missachtet oder übersehen wurden. Die drei jüngsten Unfälle sind noch nicht abschließend aufgearbeitet. Suizide werden in diese Statistik nicht mit eingerechnet.

Bahn warnt vor Gefahren an Übergängen

Die Gefahr am Bahnübergang dürfe man nicht unterschätzen, so die Bahn. Hinweisschilder, rote Ampeln oder geschlossene Bahnschranken müsse man ernst nehmen, denn die Schnelligkeit eines Zuges sei enorm. Unter dem Motto "Sicher drüber läuft derzeit eine Kampagne der Bahn". Sie arbeitet da mit Partnern wie Polizei und ADAC zusammen. Zusammen informieren sie mit Videos, Flyern oder Vor-Ort-Terminen an Unfallschwerpunkten über die Gefahren an Bahnübergängen und wie wichtig es ist, sich an die Verkehrsregeln zu halten.

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SWR